Über mich und meinen Weg

Ich habe einen langen Weg  der Stimmsuche hinter mir. Ich verlor meine Stimme als kleines Mädchen und sah mich jedoch immer als Sängerin auf der Bühne. Ich lernte verschiedene Instrumente, wie beispielsweise Altflöte, die ich zur Konzertreife beherrschte. Hinzu kam Klavier, Violine und Gitarre. Dem Gesang widmete ich mich erst in den späteren Jahren, als ich mich in einer Krise befand und mich an meinen Traum erinnerte. 

Ich lies mich in Gesang ausbilden und lernte die verschiedensten Gesangsmethoden und auch Pädagogen kennen. Insgesamt wurde ich 12 Jahre ausgebildet und hatte dennoch das Gefühl nicht gut singen zu können und keinen Zugang zu meiner Stimme zu haben. Ich suchte immer nach einer Tiefe, die mir keine Gesangspädagogik so richtig lieferte bis ich auf das Lichtenberger Institut im Odenwald traf. Diese Begegnung veränderte mein Leben. Nicht nur, weil ich begann alles was ich bisher glaubte wie Leben und Stimme funktionieren, zu hinterfragen, auch weil ich einen Zugang zu meiner Stimme bekam. Ich bin den Lichtenbergern sehr dankbar für ihre wundervolle Arbeit. 

Mein Hintergrund war als ausgebildete System- und Traumatherapeutin, die transgenerationale Traumaweitergabe. Ich wollte wissen, wie stark die ersten Kontakt- und Beziehungserfahrungen in unserem Leben, die Stimme beeineinflussen und kam zu dem Ergebnis, dass sie letztendlich die erste Ausbildung der Stimme sind. Diesen Erfahrungen begegnen wir immer wieder im Gesangsunterricht. Darüber wissen allerdings die Pädagogen nur sehr wenig. Kenntnisse über die Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und Polyvagaltheorie sind hier elementar und spielen in der Gesangsausbildung keine Rolle. 

Alleine der Begriff Stimmbildung zeigt, dass wir etwas ausbilden müssen, was noch nicht gut funktioniert. Ich weiss jedoch, dass wir bereits vollkommen und perfekt zur Welt kommen und auch unsere Stimme dazu gehört. Wir kommen mit unserem Selbst auf die Welt, welches unser Potential, Fähigkeiten, Aufgabe, Berufung, Stimme,… beinhaltet. Aufgrund unserer Erziehung verlieren wir jedoch den Zugang zu diesem Selbst und damit auch zu unserer Stimme. Das liegt an unseren ersten Beziehungserfahrungen. Beziehung anstatt Erziehung wäre die Lösung. Wir entwickeln ein falsches Selbst oder ein ICH, welches voller Konditionierungen ist, aber zu einem falschen Leben gehört. Es ist so normal, dass wir glauben, dass dieses falsche Selbst ich selbst bin. Auf Basis dieser falschen Annahme werden dann auch Gesangsmethoden entwickelt, die jedoch davon ausgehen, dass etwas fehlt oder ausgebildet werden muss, denn in diesem falschen Selbst sind wir nicht vollständig und fehlt uns auch immer etwas – im Grunde unser wahres Selbst, was wir nicht erkennen können. So wird am falschen Selbst oder Ich gearbeitet und die Stimme ausgebildet, letztendlich an den Konditionierungen versucht zu verändern, was nicht funktionieren kann. In all den vielen Techniken stecken meistens die gleichen Zwänge, die wir in unserer Kindheit erlebt haben.

Der Mensch wurde aufgrund der technischen Errungenschaften immer mehr von seiner wahren Natur entfernt. Das ganzheitliche Körper-Geist-Seele System wurde vergessen, so bezieht sich die Gesangspädagogik in der Regel auch nur auf einen Bereich des Menschen und trennt. Um Zugang zu unserer Stimme zu bekommen und unserem Potential müssen wir an unser wahres Selbst kommen. Dazu braucht es Tiefe, denn es liegt ganz tief unter all den Konditionierungen und kann mit Technik nicht gefunden werden. Das ist auch der Grund warum so viele Sänger das Gefühl haben, gegen “gläserne Mauern” zu singen und keinen Zugang zu ihrer Stimme und ihrem Potential bekommen. Sie agieren aus ihrem falschen Selbst heraus und finden den Ausgang nicht zu sich selbst. Im falschen Selbst oder ICH ist unsere Geschichte, sind Emotionen mit Erinnerungen geknüpft, an die wir meistens nicht mehr heran wollen und die dazu führen, dass Sänger oftmals nicht mehr verbunden mit Gefühlen singen können.

In meiner Stimmarbeit geht es darum, an diese tiefe Schichten zu gelangen. Dazu braucht es unbedingt Kenntnisse aus der Polyvagaltheorie, um das autonome Nervensystem zu regulieren. Es ist nicht ganz einfach, weil es Mut braucht sich auf Unbekanntes einzulassen und alle Konditionierungen und Wissen losgelassen werden muss, um dort hinzukommen. Das kann bedeuten, dass alles auf den Kopf gestellt wird und nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Es ist jedoch der Weg in die Freiheit. Wer diesen geht, befreit nicht nur seine Stimme, sondern auch sein wahres Selbst von seinem falschen Selbst oder ICH.

Bei vielen Frauen gibt es auch das Thema gesehen und gehört zu werden. Das hat genau damit zu tun. Wir sind erst in Anbindung an unserem wahren Selbst authentisch und präsent. Ich begleite daher auch insbesondere Frauen, die selbständig sind und ihre Stimme beruflich nutzen, die vor Menschen sprechen oder auf die Bühne wollen.

Was Viele nicht wissen… ich bin auch Wirtschaftsinformatikerin und habe jahrelang in der Unternehmens- und Existenzgründungberatung gearbeitet. Ich habe hier im Auftrag der Arbeitsagenturen gearbeitet und auch viele EU Projekte durchgeführt. Dieser reiche Erfahrungsschatz hilft mir in der Begleitung von Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen, die es jetzt in dieser Krisenzeit besonders schwer haben. Zudem bin ich ausgebildete Supervisorin und habe viele Teams begleitet, als auch Change-Management Projekte durchgeführt. 

Ich liebe die Arbeit mit der Stimme und freue mich, Sie begleiten zu dürfen.

Ihre, Iris Hammermeister