Wer bin ich und was bewegt mich?

Ich habe eine sehr lange Schleife gedreht bis ich meine große Liebe zur Musik wieder erinnert habe. Bereits als kleines Mädchen wusste ich, was ich werden wollte und sah mich immer auf der Bühne als Sängerin stehen. Musik oder Kultur wurde in meiner Familie nicht gefördert. Meine Versuche im Musikbereich Fuß zu fassen, sind erst einmal mißglückt. Ich hörte oft, dass die Musik eine brotlose Kunst ist und man davon nicht leben kann. Ich könne sie ja als Hobby betreiben. Ich habe tatsächlich für viele Jahre die Musik aus den Augen verloren, habe etliche Ausbildungen absolviert, war sehr erfolgreich im Bereich der Familien- und Traumatherapie und forschte über die transgenerationale Traumaweitergabe. Im Grunde versuchte ich meine eigene Geschichte zu verstehen und folgte Erwartungen von Außen bis ich krank wurde und eine chronische Krankheit ausbrach. Ich war immer auf der Suche nach einer Tiefe, nach mir selbst und meiner inneren Stimme. In meiner größten Krise erinnerte ich mich an meinen Traum, den ich als kleines Mädchen hegte und fing an, wieder Gesangsunterricht zu nehmen. Ich probierte verschiedene Lehrer und Methoden aus und hatte dennoch das Gefühl nicht “schön” singen zu können. Mir fehlte etwas nachdem ich suchte – die Tiefe! Ich dachte einfach, dass ich eben nicht singen kann und es an mir liegt.

Der Wendepunkt

Jahre später begann ich mit einer Obertongesangsausbildung wieder in den Gesang einzusteigen und bemerkte starke Veränderungen. In dieser Zeit öffnete sich mir ein Fenster und ich wurde beschenkt mit einer Erfahrung, die ich kaum in Worte fassen kann. Andere würden dazu Erwachen sagen. Ich trat ein in einen Raum der totalen Tiefe meines Seins. Ich fühlte mein Zuhause in meinem Schoßraum und erfuhr die Verbindung von diesem Ort zu meiner Stimme. Es war wie, wenn ich das erste mal in meinem Leben wirklich gesehen habe, alles war lichtvoll, ich hörte viel intensiver, bemerkte erstmals die Schönheit unserer Natur, die Farben waren so intensiv und ich spürte Frieden in mir. Ich begriff, dass es den Tod nicht gibt und wir nur die Form ändern. Ich war mit allem verbunden, eins mit dem Baum, mit der Blume,.. ich begriff, dass es Gott oder das Göttliche nicht außerhalb von mir gibt, sondern ich göttlich, alles göttlich ist. Dieser SEINS-Zustand hielt mehrere Wochen an und ich war frei von allen Begrenzungen, Ängsten und die Selbstregulation meines Körpers wurde aktiviert. Es war, als ob alle Netzwerke wieder miteinander verbunden sind. In dieser Zeit hatte ich keinerlei Symptome oder Beschwerden. Dieses Erlebnis hat mich nie losgelassen. Mein Wunsch ist es, Menschen genau in diese Erfahrung über meine Stimm- und Improvisationsarbeit zu begleiten und ihnen damit zu ermöglichen, sich zu erinnern, wer sie wirklich sind und wozu sie hier her gekommen sind.

Noch später, begegnete ich dem Lichtenberger Institut im Odenwald und fand, was ich lange suchte bzw. einen Weg, nach Hause zu kommen, mich mit meinem Licht zu verbinden. Während eines Seminars beim Lichtenberger Institut hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Ich erinnerte mich an meine große Liebe – die Musik. Es war, als ob ich eine uralte Liebe wieder getroffen hätte und ich fühlte, wie ich das Singen einfach liebe. Meine Tätigkeit als Trauma- und Familientherapeutin spiegelte meine eigenen Traumata, mein massives Entwicklungs- bzw. Symbiosetrauma, was mich an einem eigenen und autonomen Leben hinderte. Mit dem Entschluss, mich nur noch der Musik zu widmen und meinen Weg auf die Bühne nun endlich wahrzumachen, begann ein Befreiungsprozess aus alten einengenden Mustern, die mir die Luft zum Atmen genommen haben. Es ist kein leichter Weg und er ist auch noch nicht vorbei. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man diesen Weg nicht alleine gehen kann und wir eine Gemeinschaft brauchen, in der wir uns gegenseitig unterstützen. Mehr über meinen Prozess erfährst Du über meine Podcasts.

Alles ist in Beziehung und Prozess

Es gibt keine Gesangsmethoden. Viele Gesangsstudentinnen oder Gesangsstudenten verlernen während ihres Studiums das Singen oder den Kontakt zu ihrer inneren Stimme. Es wird fragmentiert und passend gemacht – ein Stimmklang gemacht, der den Erwartungen eines Publikums oder eines Gesangslehrers entspricht. Die ganz eigene authentische Stimme spielt nicht so eine große Rolle, auch nicht der Körper, der als Resonanzraum zur Verfügung steht. Die Stimme ist ein Beziehungsinstrument und entfaltet sich erst durch den Kontakt nach Innen. Unser Körper besteht aus lauter kleinen und großen Netzwerken, die ineinander greifen, so dass die Stimme als Teil wichtiger Netzwerkes betrachtet werden muss. Der Kehlkopf steuert alle wichtige Funktionen im Körper. In meiner Arbeit geht es darum, Netzwerke über die Stimme in Balance zu bringen und Beziehungen innerhalb dieser Netzwerke zu erinnern, so dass das Singen ohne Anstrengung und Aufwand gelingt. Je näher wir uns selbst sind, desto mehr kann sich der Klang unsere Stimme und unseres Instrumentes entfalten. All das ist auch auf das Instrument übertragbar.

Die Künste

Die Aufgabe der Künste war es schon immer, den göttlichen Funken zum Ausdruck zu bringen und damit auch zu heilen. Es gibt nichts, was der Wirklichkeit, der Schönheit von Mutter Erde so nahe kommt, wie die Künste. Sie spiegeln am Meisten die Wirklichkeit. Wenn wir die Künste als Prozess begreifen, so wandeln sie uns ständig, überschreiten unser gewöhnliches Leben und zeigen uns, was wirklich möglich ist. Ich glaube, dass die Künste eine tragende Rolle in unserem gesellschaftlichen Wandel spielen und es darum geht, dass Musiker und Künstler wieder an die wahre Aufgabe der Künste erinnern und dies auch verkörpern. Ich sehe meine Aufgabe darin, Sängerinnen und Künstlerinnen in ihre Verkörperung zu begleiten. Dazu braucht es unbedingt unsere Kreativität. Es geht auch um das Leben einer Liebe, der Liebe zur Musik. Wenn wir das, was wir zutiefst lieben zum Ausdruck bringen, ist das nicht nur Ausdruck unserer Selbstliebe, sondern wir heilen damit uns selbst und andere. Daher ist es wichtig, dass Du etwas was Du liebst in Dein Leben holst und lebst.

Alles ist schon da

Ich bin davon überzeugt, dass bereits alles schon da ist. So auch die Musik. Sie ist für mich nicht nur der Spiegel unendlicher Schönheit, Freude, Liebe und Kraft, sondern auch ein so wunderbares Medium für Transformation. Sie kommt dem, was wir wirklich sind, am nächsten. Wenn deutlich wird, dass alle unsere Körperfunktionen und Organe über rhythmische Impulse und Klänge miteinander arbeiten, ist unser Körper selbst ein Orchester. Deshalb können wir auch nicht ohne ihn Musik machen und es zeigt auch, warum die Musik, der Klang, insbesondere der Gesang so unglaublich heilsam wirken. Wir entdecken uns selbst und das was wir wirklich sind.

Ein Ausschnitt über meine Qualifikationen

Ich wurde in klassischem Gesang, Violine, Blockflöte, Gitarre und Klavier ausgebildet und  konzertierte mit Altblockflöte mit Stücken von Telemann. Seit ca. 5 Jahren lerne ich Cello und habe mir das Chalumeauspiel selbst beigebracht. Zudem habe ich eine Chorleiterausbildung gemacht und bei Wolfgang Saus die Obertongesangsausbildung absolviert. Als ausgebildete Pädagogin absolvierte ich Zusatzqualifikationen in der Systemnischen Familien- und Traumatherapie und Systemischen Supervison bei der ISGT und dem HSI Heidelberg. Ich forschte jahrelang über die Auswirkungen des 1. und 2. Weltkrieges auf die nachfolgende Generationen. Insbesondere das Entwicklungs- und Symbiosetrauma fand mein Interesse. Zudem besuchte ich eine Heilpraktikerschule und bildete mich in anatomischen Wissen aus. Die Verbindung zwischen stark traumatisierten Familiensystem und chronischen Erkrankungen hat mich jahrelang beschäftigt. Ich habe etliche Fortbildungen in Teamtraining, Aufstellungsarbeit, Improvisation, Circle Singing, Lichtenberger Stimmphysiologie, uvm. besucht. Als ausgebildete Wirtschaftinformatikerin habe ich jahrelang Existenzgründer begleitet und fachkundige Stellungnahmen im Auftrag der Arbeitsagenturen abgegeben.

Meine Besonderheit liegt sicher in meiner Wahrnehmungsfähigkeit. Insbesondere das Hören des Klanges bzw. welche Informationen er bereit hält und wo er im Körper gerade ist oder welche Ungleichgewichte er mir zeigt, ist eine Begabung, die ich mitgebracht habe. Manchmal erzählen Klänge auch viele Geschichten. Dazu gehört, dass ich den Klang nicht nur höre, sondern auch sehe und wie dieser im Körpergewebe wirkt und wie sich dadurch das Gewebe verändert. Eine weitere große Fähigkeit ist meine Kreativität, die sich in allen Bereichen meines Lebens zeigt. Viele Teilnehmerinnen schätzen mein großes Einfühlungsvermögen, mein ganz beim anderen sein können und damit Raum zu geben ohne zu bewerten. Letztendlich ist meine große Liebe zu den Menschen und allen Lebewesen in allem zu spüren.

© Fotos: Wolfgang Vogt / Marc Lennartz