Gleiches mit Gleichem…

Gestern hatte ich ein Aha-Erlebnis und ich erkannte das göttliche Spiel und musste lachen. Ich konnte es kaum fassen, wie einfach und nahe die Lösung doch ist. Gleichzeitig gibt es für die Erklärung dieses kosmischen Gesetzes keine wirkliche Sprache, um sie so erklären zu können, dass ich sie verständlich ausdrücken könnte. Ich unternehme trotzdem einen Versuch.
Es geht dabei um die Sehnsucht nach Verbindung, nach unserer Stimme oder uns selbst, was auch immer das „wahre Selbst“ sein mag.
Mir kam dazu ein Bild von einer kleinen Katze, die noch einen ausgeprägten Spieltrieb hat und mit allem spielt, was sich bewegt. Vielleicht hast Du mal beobachtet, dass sie auch mit ihrem eigenen Schwanz spielt, wenn dieser sich bewegt und manchmal jagt sie ihm nach und dreht sich im Kreis. Sie erkennt nicht, dass es ihr eigener Schwanz ist, der sich bewegt. Sie ist nur auf Bewegung fixiert und spielt mit ihm, ohne zu merken, dass sie das selbst ist mit dem sie spielt…

So ähnlich sehe ich das bei uns selbst. Wir sind so nahe dran, dass wir es übersehen. Wir rennen irgendwelchen Bewegungen hinterher auf der ständigen Suche nach uns selbst und merken nicht, dass wir selbst die Bewegung sind. Wir besuchen tausend Seminare, machen etliche Ausbildungen, wenden Werkzeuge an,… immer im Glauben, dass wir etwas nicht haben oder etwas erreichen wollen.
Ähnlich ist es auch mit der Stimme. Wir wenden Techniken an oder wollen über Hypnotherapie oder neurologische Programme den Zugang zu unserer Stimme und unserem Potential schaffen. Dabei übersehen wir, dass die Stimme es selbst am besten kann… Gleiches mit Gleichem…

Jetzt nehme ich das Beispiel der Medaille mit den beiden Seiten. Die eine Seite ist männlich, die andere Seite ist weiblich oder auch, die eine Seite ist Schatten, die andere Seite ist Licht. Was wir gelernt haben, ist, eine Seite wegzudrücken, die wollen wir nicht haben. Also fehlt da auch was, damit es GANZ sein kann. Das eine existiert nicht, ohne das andere. Sie brauchen beide einander, sie ergänzen sich. Ohne männlich und weiblich wären wir nicht hier. Es braucht also beides. In allem spiegelt sich genau dieses Prinzip. Ok, wenn wir also eine Seite wegdrücken, dann sind wir unvollständig und fühlen uns getrennt. Diese eine Seite, die wir wegdrücken ist aber trotzdem da, auch wenn wir sie nicht beachten oder unterdrücken. Es kommt zu einem Energiestau, weil sich diese beiden Seiten der gleichen Medaille nicht miteinander bewegen können. Wenn nur eine Seite im Fokus ist, dann gibt es keine Bewegung und alles erstarrt. Es braucht also die Bewegung zwischen diesen beiden Seiten. Das ist diese Pendelbewegung von der ich so gerne erzähle. Der Raum zwischen diesen beiden Seiten ist der Zwischenraum und das ist nichts anderes als Beziehung.
In unserer Welt gibt es aber immer nur das EINE, es gibt aber auch das sowohl als auch. In unserer Welt gibt es keinen Raum, keine Zwischenräume, also keine Bewegung mehr.
Was passiert nun, wenn Du anfängst mit den beiden Seiten zu spielen, sie miteinander bewegst, hin und her pendelst. Sie also in Beziehung zueinander setzt? Sie verschmelzen, sie werden eins. Man möge mir den Vergleich verzeihen, aber beim Geschlechtsakt gibt es auch diese Bewegung, dieses hin und her… und auch hier pendeln männlich und weiblich miteinander, ist es ein Spiel der weiblichen und männlichen Energien. Auch hier kommt es zu einer Verschmelzung (wenn das Herz dabei ist) und manchmal auch tatsächlich zu einer Zeugung und es entsteht neues Leben.

Wenn wir also mit den beiden Seiten tanzen, dann entsteht nicht nur NEUES und es vermehrt sich (Prinzip von Fülle), sondern die Polarität löst sich auf. Also es kommt zu einer Art Neutralisierung, zu einem leeren Raum, sonst könnte wahrscheinlich auch nichts Neues entstehen. Die Wertungen oder die Bewertungen lösen sich auf. Im übertragenen Sinne lösen sich Deine gespeicherten Muster und Programme auf, die Kokonschicht wird dünner. Diese Pendelbewegung führt auch dazu, dass Du nicht in der Zukunft oder in der Vergangenheit bist, sondern im JETZT. Es kommt zu einer Integration von etwas, was wir weggedrückt haben, es wird also zu einem GANZEN.
Wenn wir nun die Medaille betrachten, dann bleibt nur diese Medaille und die beiden Seiten sind weg. Diese Medaille repräsentiert das, was wir wirklich sind. Es ist die göttliche Kraft, die Intelligenz, Bewusstsein, wie auch immer Du das nennen magst… ich nenne sie jetzt mal göttliche Kraft. Sie drückt sich in allem und in Jedem aus!! Im Beispiel der Medaille, in männlich und in weiblich oder auch in Schatten oder in Licht. Die Medaille ist die Gleiche! Also auch die Energie. Sie findet nur unterschiedliche Ausdrucksformen. Also gibt es immer nur diese eine Energie. Ob nun Haß oder Liebe, es ist immer diese gleiche Energie, die sich nur unterschiedliche Ausdrucksformen sucht. Sie ist also immer gleich. Es sind nur wir selbst, die über die Bewertung etwas gut oder schlecht machen.
Ok, es bleibt also nur diese eine Medaille, also die göttliche Kraft. Was macht diese göttliche Kraft? Sie wandelt sich ständig und verändert ihre Form. Jetzt in diesem Leben bei mir, als Iris – aber diese göttliche Kraft bleibt, sie ist beständig. Sie wechselt nur die Kleider. Sie drückt sich in den unterschiedlichsten Formen aus, in der Natur, in Menschen, in Tieren,… Das heisst, dass sie eine wahre Ausdruckskünstlerin ist. Sie ist Ausdruck pur!!! Wenn wir uns die Natur anschauen, diese Schönheit, ja, dann ist sie auch die wahre Künstlerin, oder? Diese Wandlungskünstlerin ist Bewegung, ist Lebendigkeit pur und was ist Bewegung? Pendeln, oder? Also Beziehung! Das bedeutet, sie ist Beziehung! Wenn wir pendeln mit den Kräften, wenn wir sie in Beziehung setzen, dann löst sich die Vorstellung von Trennung auf. Vorher gab es die 2 Seiten der Medaille, die in Bewegung miteinander waren, dann bleibt nur noch die Bewegung selbst.

Das bedeutet, wenn Du pendelst, in Beziehung gehst, dann wirst Du irgendwann zur Bewegung oder zum Pendel selbst. Es gibt dann kein MACHEN mehr, nur noch SEIN. Dann gibt es kein „ich singe“ mehr, sondern Du bist Gesang, dann gibt es kein „Musik machen“ mehr, sondern Du bist die Musik selbst. Wenn Du an einen Baum denkst, dann bist Du der Baum… Das ist Schöpferkraft!

Was ist Klang? Nichts anderes als Bewegung, als pendeln, als Beziehung. Gleiches mit Gleichem… Stimme ist Beziehung selbst, Stimme ist Bewegung, Stimme ist Zwischenraum, Stimme ist Ausdruck, Stimme ist eine Wandlungskünstlerin.

Wenn sich diese göttliche Kraft in allem ausdrückt – alles was existiert, dann ist sie Ausdruck pur, dann wird deutlich, wie wichtig der Ausdruck für uns ist. Es geht auch in unserem Leben darum, alles was Dich ausmacht zum Ausdruck zu bringen. Das ist nicht nur Schönheit pur, es ist Energiefluss pur und das ist Fülle. Denn, denke an den Zeugungsakt, es vermehrt sich von ganz alleine.

Das ist, was wir sind.

© Text: Iris Hammermeister
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