Methoden

(Link öffnet in neuem Tab/Fenster)
Methoden = Schöpfungsprinzipien

Wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es im Grunde keine Methoden, die ich anwende. Es sind nur Schöpfungsprinzipien oder universelle Gesetze, die ich über die Stimme zur Anwendung bringe. Sie entsprechen nicht nur unserer wahren Natur, sondern bringen diese auch zum Vorschein.

Es geht in meiner Stimmarbeit also nicht nur darum, den Stimmklang zu erweitern oder freies leichtes Singen und Sprechen zu ermöglichen, sondern die Stimme selbst als Werkzeug zu nutzen, die sich quasi selbst befreit. Es gibt hier Parallelen zur Befreiung unseres wahren Selbst, dass auch nur wir selbst tun können.

Wenn wir die tiefe Anbindung an unsere Stimme verloren haben, dann haben wir auch die Verbindung zu uns selbst verloren. Mag sein, dass wir beim Singen diese Verbindung wieder spüren. Die große Kunst ist es jedoch in dieser Verbindung zu bleiben, auch wenn wir gerade nicht singen.

Was hindert uns also in dieser Verbindung zu bleiben? Oder, was hindert uns auch beim Singen oder überhaupt in diese Verbindung zu kommen? Manche Sänger berichten auch, dass sie die Verbindung schon hatten, ganz leicht und frei mit ihrer Stimme umgehen konnten und diesen Umgang durch ein Gesangsstudium oder einen Lehrer verloren haben und nicht wieder zurückfinden.

Nun will ich meinen Blick auf die Ursachen richten. Es ist meine ganz persönliche Meinung. Der Grund für das GETRENNT fühlen ist nicht das Trauma. Das sind die Folgen eines Traumas. Die Frage ist, wie es zu einem Trauma kommen kann? Also, wie kommt es, dass wir uns selbst vergessen haben, dass wir unsere wahre Natur nicht mehr wissen? Wie kommt es, dass unsere Stimme sich selbst verliert? Für mich liegt die Antwort in einer patriarchalen Kultur, die einer Kriegserklärung gegen unsere wahre Natur gleichkommt. Es ist nicht nur eine lebensverneinende Kultur, sondern auch eine Selbstzerstörerische, die den Köper ablehnt. Dazu gehört die Natur, denn unser Körper repräsentiert die Natur. Diese Kultur hat sich insbesondere gegen die Frauen gerichtet, ihren Körper und ihre sexuelle Lust. Es ist eine Kultur, die Kontrolle darüber ausüben möchte und die auf Macht basiert. Es ist eine Kultur, die gesunde Bindung und Beziehung unmöglich macht. Bindung und Beziehung gehören jedoch zu unseren Schöpfungsprinzipien und finden in den verschiedensten Methoden keine Anwendung, sei es in einer gesangspädagogischen oder therapeutischen Ausbildung. Die Gesangspädagogik oder die Psychotherapie ist ebenfalls durchzogen von patriarchalen Mustern, die den Menschen nicht als das betrachtet, was er wirklich ist. Das geschieht auch in allen anderen Bereichen, sei es in der Medizin, im spirituellen Bereich,…  diese Methoden trennen von der wahren Natur oder behandeln den Menschen als etwas Getrenntes. Insbesondere getrennt von einer göttlichen Kraft, mit der alles verbunden ist und die alles reguliert. Das ist das größte TRAUMA von dem wir alle mehr oder weniger betroffen sind. Es ist ein kollektives Trauma. Die stärkste Auswirkung ist die verlorene Selbstregulation. Nicht nur, dass wir nicht mehr wissen, wie wir uns selbst regulieren können, also wie können wir Nähe und Distanz regulieren, was für gesunde Beziehungen eine Voraussetzung ist. Die Dysfunktion spiegelt sich auch im autonomen Nervensystem und im ganzen Körper. Genau das geschieht bei chronischen Erkrankungen.

Unsere Stimme ist am stärksten betroffen. Sie reagiert empfindlich auf jede Stimmung. Wir fühlen uns getrennt von ihr. Sprechen und Singen kann anstrengend werden. Wir fangen an zu schweigen und schlucken hinunter. Wir verlieren unsere Sprache und unseren Ausdruck, denn die Stimme ist unser stärkstes Ausdrucksmedium. Wir verlieren unsere Wahrheit oder erkennen sie nicht mehr. Mit diesem Verlust verlieren wir auch den Zugang zu unserem Potential, unserer Freude, unserer Lebensenergie und unsere Lebendigkeit.

Die Stimme selbst ist jedoch ein Beziehungsinstrument und entfaltet ihren Klang am besten durch den Kontakt und die Beziehung zu sich selbst. Nicht nur das, sie kann die verlorene Beziehung wieder herstellen.

Zu den Grundlagen meiner Stimmarbeit gehören:

  • Die Schaffung eines sicheren Raumes
  • Der Körper als Basis für die Selbst-Wahrnehmung
  • Bindung und Beziehung / Zwischenräume
  • Faszien als Bindungsgewebe und Verbindung zum Nervensystem
  • Polyvagaltheorie nach Stephen Porges
  • Vagusnerv und autonomes Nervensystem
  • Vertikalisierung – Innere Aufrichtung
  • Energiefluss durch Ausdruck
  • Die Einbindung östlicher Weisheiten – Verbindung von männlichen und weiblichen Energien
  • Anhebung der Lebensenergie
  • Pulsation des Herzens und Verbindung zu anderen Organen
  • Verbindung Stimmapparat und weiblichem Geschlechtsorgan, Parallelorgane
  • Verbindung Herzen und männlichem Geschlechtsorgan
  • Verbindung Kehlkopf und Herzen
  • Aktivierung der Selbstregulation
  • Kontakt mit dem Unsichtbaren, das Feld der göttlichen Kraft, Rückverbindung

Ein Schwerpunkt meiner Stimmarbeit ist der stimmliche Ausdruck, der Ausdruck der eigenen Wahrheit. Das führt zu einem Fluss der gestauten Energien. Wichtig ist zu erkennen, dass es nur darum geht die Selbstregulation zu aktivieren. Das geschieht durch Impulse über den Stimmklang. Durch das Schaffen von Räumen und Zwischenräumen hat die göttliche Kraft die Möglichkeit einzutreten und aktiviert die Selbstregulation. Die Kunst ist es, in diesen Prozessen nicht zu sehr einzugreifen, sondern auf die Kraft dieser höheren Intelligenz zu vertrauen, die alles reguliert. Das ist das Geheimnis. Durch zu viel TUN und MACHEN verhindern wir eine natürliche Bewegung, die Ordnung schafft.

Beziehung ist nichts anderes als Raum zwischen den Kräften oder zwischen den Menschen, Dadurch geschieht eine Pendelbewegung. Bei Trauma oder dem patriarchalen System existieren diese Zwischenräume nicht. Insbesondere beim Bindungstrauma fehlt der Raum zwischen Kind und Mutter / Bezugspersonen. Es kommt also zu einer Bewegungslosigkeit und Erstarrung. Nicht nur das, wir können uns selbst nicht erfahren und entwickeln. Es braucht genau diesen Raum für die Entfaltung, für Reifung und Wachstum. Es ist, als ob unser Geburtsprozess unterbrochen und nicht vollendet wurde. Wir bleiben im Kokon stecken, der im Laufe des Lebens immer dicker wird. Das wirkt sich erheblich auf unsere Stimme aus. Es kommt zu einem Innendruck und Druckmuster im ganzen Körper, als auch im Kehlkopf.

In der Einzelarbeit (Stimm-Balance) geht es darum, dass eigene Körper-Geist-Stimme System wieder in die Selbstregulation zu bringen. Es entsteht eine Pendelbewegung zwischen Körper, Geist und Seele, jedoch auch im Körperinnern, zwischen den Organen und den verschiedenen Geweben. Dadurch erwacht das Gewebe regelrecht. Die Pendelbewegung (Beziehung) führt zu einer Integration der verschiedenen Kräfte und Pole, es kommt zu einer Integration und Verschmelzung dieser Kräfte. Gleichzeitig geschieht eine Neutralisierung, also Wertungen oder Bewertungen bestimmter Erfahrungen lösen sich auf. Es entsteht Leere, ein leerer Raum. Alte Programme und Muster lösen sich so auf. Gleichzeitig steigt die Lebensenergie. Die sexuelle Kraft wird transformiert. Die Stimme ist mit der sexuellen Kraft verbunden. Es gibt Parallelorgane zwischen dem Stimmapparat und dem weiblichen / männlichen Geschlechtsorganen.

In der Arbeit mit Gruppen  wird diese Pendelbewegung über die Improvisation (Improphysis®) auf ein größeres System übertragen. So geht es hier darum, dass sich ein Feld selbst in die Regulation bringt. Es geht hier um die Pendelbewegung (Beziehung) zwischen den Menschen. Die göttliche Kraft wirkt auf ein ganzes Feld. Je größer die Gruppe, desto stärker die Kraft, die wirken kann. Es entsteht ein gemeinsames Klangfeld. Das ICH hebt sich auf und wir erfahren, dass wir schon immer ein WIR und EINS waren. Dieser Prozess ist gleichzeitig das Etablieren einer neuen Beziehungskultur, es ist Co-Creation und Schöpferkraft.

Die Wirkung dieser Stimmarbeit zeigt sich in:

  • Verbindung mit der eigenen Stimme
  • Verbindung mit dem Körper
  • Verbindung mit der göttlichen Kraft, Aufhebung jeglicher Trennung
  • Bewusstseinserweiterungen
  • Energiefluss, Fülle
  • Beruhigung des autonomen Nervensystems
  • Auflösung alter Muster, Programme, Glaubenssätze
  • Auflösung tiefsitzender Traumata
  • Präsenz, im Hier & Jetzt sein
  • Aufhebung von Zeit und Raum
  • Verbindung mit dem Herzen
  • Stimmklangentfaltung
  • Leichtes, freies, spielerisches Singen
  • Selbstregulation und Regenerationsprozesse
  • Frieden, Freude, Leichtigkeit
  • Kreativitäts- und Potentialentfaltung
  • Kindlicher Neugier, Tanz mit dem Leben
  • Gesunde Beziehungen
  • Echte Nähe und Kontakt ist möglich
  • Auflösung des Kokons
  • Sichtbarkeit
  • Autonomie

Letztendlich führt diese Arbeit in die totale Freiheit. Wir begreifen uns selbst als Instrument der Schöpfung. Es ist ein Fluss mit dem Leben. Es ist Erinnern, wer wir wirklich sind. Es ist nach Hause kommen.

Januar 2020, Iris Hammermeister

Nele Zeidler hat einen Blogbeitrag über Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse von einem Improphysis®- Seminarwochenende geschrieben. Hier kann man ihn lesen. Blogbeitrag

Improphysis® – Hörproben von den Seminaren

Vom 22.2. – 24.2.2019 fand mit 17 MusikerInnen und SängerInnen ein Testwochenende statt. Die Improphysis® wurde vorgestellt und angewandt, eine physiologische Improvisation, in der es darum geht innere Räume zu betreten und das fasziale Netzwerk in Schwingung zu bringen. In dieser Hörprobe wurde der innere Brustraum geweitet.

Mitwirkende SängerInnen: Timber A. Hemprich – Oberton- und Untertongesang, Ursula Huggenberger, Jürgen Willmann, Iris Hammermeister, Annette Buermann, Elke Arina Neumann, Yvonne Duchemin, Annemarie Quiring, Mariann Backa, Anke Wiesbrock, Stefanie Mildenberger, Mara Hecking, Heike Niehusmann, Nele Zeidler, Ragna Hammermeister, Ines Abt, Nicole Witthof.

In dieser Hörprobe haben sich die Sänger / Musiker mit ihren eigenen und den Faszien der Mit-MusikerInnen verbunden.

In dieser Hörprobe wurde der innere Brustraum betreten.

© Text: Iris Hammermeister
© Fotos Mara Hecking / Timber A. Hemprich