Körperintelligenz und Zwischenräume

Gestern habe ich mit einer Sängerin online gearbeitet. Sie bemerkte beim Singen einen Druck beim Kehlkopf. Ich sagte ihr, sie soll doch mal ihren Kehlkopf fragen, was er ganz konkret oder ganz praktisch braucht, damit er frei schwingen kann und dazu tönen. Während sie das tat, lachte sie und war so überrascht über eine sofortige und ganz konkrete Antwort. Er sagte, dass die Halswirbel auf der rechten Seite zu eng und angespannt sind und er dadurch Druck bekommt. Ich fragte sie, wie sie das lösen kann und sie meinte, das sie eine gute Krankengymnastin kennen würde, die das wieder hinbekommt. Ich sagte ihr, dass das auch die Stimme kann. Sie solle sich vorstellen, dass die Zwischenräume, also dort wo knorpeliges Gewebe zwischen den Wirbeln ist, das kann einfach größer werden und sich ausdehnen. Dazu kann sie einfach tönen und schauen, was sich nun beim Kehlkopf verändert. Sie tat dies und konnte es kaum fassen, welche Klänge auf einmal aus ihrem Mund gezaubert wurden und dass die Halswirbel tatsächlich darauf reagierten und es zu einer inneren Aufrichtung gekommen ist. Ihr Kehlkopf fühlte keinen Druck mehr und war frei.

Es kann so einfach sein. Der Körper weiss es schon, die Organe wissen genau die Lösung. Es braucht zudem nur Raum. In diesem Fall Raum zwischen den Wirbeln – eben Zwischenraum und was ist Zwischenraum? Nichts anderes als Beziehung… Jedes Problem ist ein Beziehungsproblem… Sobald Räume und Zwischenräume geschaffen werden, tritt diese höhere Intelligenz ein und reguliert alles. So funktioniert Selbstregulation. So funktioniert die Schöpfung und die Natur.

Die Stimme selbst, kann genau diese Selbstregulation in Gang bringen, weil sie unser Beziehungsinstrument (Zwischenrauminstrument) ist.

© Text iris Hammermeister
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