Stimmbildung, Stimmtraining, Sprechtraining, Improvisation

Von der großen Bedeutung des künstlerischen Ausdrucks

Von der großen Bedeutung des künstlerischen Ausdrucks
Als wir auf die Welt kamen, waren wir kleine Kunstwerke, Ausdruck pur. Wir hatten noch keine Filter durch die wir unsere Gedanken, Handlungen und Gefühle steuerten. Wir waren pur, ganz natürlich, lebendig, neugierig, wollten die Welt erkunden. Kinder sagen oft ohne „die Hand vor dem Mund zu halten“, was sie denken oder zeigen ihre Gefühle, schreien, lachen, weinen,… Wir sind Ausdruck, wir sind verbunden, leuchten im Licht des göttlichen Funken. Da sind wir noch ohne Geschichte, ohne Erfahrungen. Ganz schnell wird uns gezeigt, was wir sagen, denken und fühlen dürfen, also in unserem Ausdruck gestutzt und ausgebremst. So falten wir uns im Laufe der Jahre zusammen und bilden einen Kokon um uns herum. Wir gehen also wieder zurück in die Fruchtblase und ziehen uns zusammen, bleiben klein, können uns in dieser Enge kaum bewegen. Wir schränken uns in allem ein, passen uns an, funktionieren, vergessen dieses kleine Kunstwerk, dass wir einmal waren. Der Kokon färbt unsere Wahrnehmung und die Sicht auf die Welt und uns selbst, er ist schon so dick, dass wir durch ihn nur noch nebelig sehen können. In uns staut sich alles. Da gibt es manchmal einen Druck von Innen, etwas was hinausdrängt – Das Gaspedal und gleichzeitig ist dieser Kokon da, in dem unsere Geschichte abgelegt wurde, unserer Traumata, unsere Erfahrungen und er ist die Handbremse, der sich gegen das Gaspedal richtet.
Wir werden heisser, haben einen Kloß im Hals, sprechen gepresst, bekommen schlecht Luft, verstummen, können nicht mehr sprechen, fühlen eine innere Spannung und wissen nicht, wie wir das lösen können.
Wenn ich nun mit den Menschen an ihrem künstlerischen Ausdruck arbeite, zeigt sich mir, dass es entscheidend ist, dieses anhand eines Liedes, eines Stückes zu tun, eines Kunstwerkes. Das kann auch eine Improvisation sein. Dieses Lied oder dieses Kunstwerk steht außerhalb unserer Geschichte. Es repräsentiert den Ausdruck des göttlichen Funken, das was wir als kleine Kinder waren (und nie verloren haben). Wir orientieren uns an diesem Kunstwerk und nicht an unserer Geschichte, die von Traumata gekennzeichnet ist. Das Kunstwerk repräsentiert nicht nur den göttlichen Funken, sondern auch die Schönheit, die Freude, die Lebendigkeit,… Zu Beginn der Arbeit am künstlerischen Ausdruck, stehen wir noch in unserer Geschichte drinnen, je mehr wir uns dem Lied, dem Kunstwerk nähern, desto mehr streifen wir unsere Geschichte ab. Schicht für Schicht wird vom Kokon abgeschält.
Es braucht Mut durch diesen Kokon zu gehen, aber am Ende steht das Kunstwerk, das Lied, zu dem Du wieder wirst. Es ist wie eine Geburt, die endlich vollzogen wird und in die Freiheit führt. Am Ende singst Du nicht dieses Lied, sondern Du bist es, Du bist wieder dieses Kunstwerk, der göttliche Funke. Du gehst durch Deine Geschichte, lässt sie zurück und Deine Schönheit, die immer in Dir war, kommt nach Außen und erstrahlt in einem glitzernden Licht.

© Text: Iris Hammermeister
© Foto: Pixabay

Körperintelligenz und Zwischenräume

Körperintelligenz und Zwischenräume

Gestern habe ich mit einer Sängerin online gearbeitet. Sie bemerkte beim Singen einen Druck beim Kehlkopf. Ich sagte ihr, sie soll doch mal ihren Kehlkopf fragen, was er ganz konkret oder ganz praktisch braucht, damit er frei schwingen kann und dazu tönen. Während sie das tat, lachte sie und war so überrascht über eine sofortige und ganz konkrete Antwort. Er sagte, dass die Halswirbel auf der rechten Seite zu eng und angespannt sind und er dadurch Druck bekommt. Ich fragte sie, wie sie das lösen kann und sie meinte, das sie eine gute Krankengymnastin kennen würde, die das wieder hinbekommt. Ich sagte ihr, dass das auch die Stimme kann. Sie solle sich vorstellen, dass die Zwischenräume, also dort wo knorpeliges Gewebe zwischen den Wirbeln ist, das kann einfach größer werden und sich ausdehnen. Dazu kann sie einfach tönen und schauen, was sich nun beim Kehlkopf verändert. Sie tat dies und konnte es kaum fassen, welche Klänge auf einmal aus ihrem Mund gezaubert wurden und dass die Halswirbel tatsächlich darauf reagierten und es zu einer inneren Aufrichtung gekommen ist. Ihr Kehlkopf fühlte keinen Druck mehr und war frei.

Es kann so einfach sein. Der Körper weiss es schon, die Organe wissen genau die Lösung. Es braucht zudem nur Raum. In diesem Fall Raum zwischen den Wirbeln – eben Zwischenraum und was ist Zwischenraum? Nichts anderes als Beziehung… Jedes Problem ist ein Beziehungsproblem… Sobald Räume und Zwischenräume geschaffen werden, tritt diese höhere Intelligenz ein und reguliert alles. So funktioniert Selbstregulation. So funktioniert die Schöpfung und die Natur.

Die Stimme selbst, kann genau diese Selbstregulation in Gang bringen, weil sie unser Beziehungsinstrument (Zwischenrauminstrument) ist.

© Text iris Hammermeister
© Foto Pixabay

Fachartikel in der Verbandszeitschrift Lachesis: Stimme als Heilungsweg

Ein Fachartikel in der Verbandszeitschrift Lachesis Nr. 48:
Stimme als Heilungsweg

Stimmapparat & Schoßraum – eine alte heilige Verbindung

Mein Weg mit der Stimme begann schon früh: Ich kann mich erinnern, dass ich die Musik schon immer liebte. Wenn ich sie hörte, war ich in einer anderen Welt. Sie half mir zu überleben. Sehnsüchtig lauschte ich den benachbarten Kindern beim Üben ihres Instruments. Meine Sehnsucht wurde nicht gesehen oder erkannt. Musik oder Kultur spielte in meiner Familie keine Rolle. Meine Eltern waren so sehr mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt, dass sie die Bedürfnisse von drei kleinen Mädchen nicht wahrnahmen. Ich träumte jedoch schon früh vom Singen und sah mich auf der Bühne.

Ich war ein lebendiges Kind, frech, laut und lachte sehr viel. Meinen Vater provozierte ich gerne, der jedoch keinen Spaß verstand. Als Flüchtling während des zweiten Weltkrieges kämpfte mein Vater um sein nacktes Überleben. Was er da sah, ließ ihn bis zu seinem Tod nicht mehr los. Diese Bilder beschrieb er immer und immer wieder. Er hatte als Kind viel hungern müssen und die Beziehung zu seinem eigenen Vater war äußerst angespannt. Dieses lachende quietschlebendige Mädchen haben meine Eltern nicht ertragen. Traumatisierte Eltern halten keine Kinder aus, die vor Lebendigkeit strotzen, weil sie damit an ihre eigene verlorene Lebendigkeit erinnert werden. So gab es eine Situation mit meinem Vater, die dazu führte, dass ich aufhörte zu lachen und zu sprechen und den Ernst des Lebens erkannte. Das war der Grundstein meiner Schilddrüsendysfunktion, aber auch dem Glauben, dass ich nicht Lachen und Freude empfinden darf.

Die Folgen der transgenerationalen Traumaweitergabe sind Entwicklungs-, Bindungs- und Symbiosetraumen.

Größte und stärkste Wunden sind im kreativen Ausdruck.
Es ist also kein Zufall, dass ich heute mit der Stimme arbeite, die ich selbst als Kind mit ca. 4 oder 5 Jahren verlor. Mein eigener Ausdruck wurde zutiefst verletzt. Ich begann zu schweigen und mein ganzes Wesen zu unterdrücken. Das war der Beginn meines Überlebensprogramms. Nicht gesehen werden und keinen eigenen Raum für die eigene Entwicklung bekommen zu haben, führen zu einem verletzten kreativen Ausdruck. Das genau passiert bei einem Bindungs- oder Symbiosetrauma. Die Bedürfnisse des Kindes werden schon früh nicht adäquat befriedigt, weil die Mutter aufgrund ihrer eigenen Traumatisierung keinen emotionalen Kontakt zum Kind aufbauen kann. Das Kind versucht immer wieder den Kontakt zur Mutter zu finden und bekommt keine Resonanz. Man könnte auch sagen, dass das Leben mit dem Lied zwischen Mutter und Kind beginnt. Das Kind singt das Lied immer  ieder und erfährt keine Resonanz. Es geht mit seinem Kontakt immer nach Außen und läuft ins Leere. Das bedeutet auch, dass es den Kontakt nach Innen bzw. zu sich selbst schon sehr früh verliert, weil der Kontakt zur Mutter überlebenswichtig ist. Um diesen zu bekommen, verlässt das Kind sich selbst und verliert sich im Außen. Ohne einen Spiegel haben wir keine Möglichkeit zu wachsen und zu reifen. Oftmals übernehmen diese Kinder die Rolle ihrer Eltern und versorgen emotional Mutter und/oder Vater. Damit verzichten sie komplett auf ihre eigenen Bedürfnisse, sind unglaublich überfordert und einsam.
Prof. Ruppert spricht hier von einem kollektiven Trauma, von einer traumatisierten Gesellschaft.1 Ich kann das nur bestätigen und glaube, dass wir fast alle mehr oder weniger von einem Bindungs oder Symbiosetrauma betroffen sind. Viele, die besonders stark betroffen sind, finden sich später in helfenden, sozialen, heilenden oder therapeutischen Berufsfeldern. Das Bindungs- oder Symbiosetrauma ist auch gekennzeichnet von Abhängigkeitsmustern oder auch von einer Co-Abhängigkeit. Prof Ruppert sprach in einem Interview davon, dass ca. 95% der in den oben genannten Arbeitsfeldern Tätigen coabhängig sind. Damit wird das Überlebensmuster im beruflichen Kontext fortgeführt.2

Singen ist Selbstfürsorge pur!
Was wir alle nicht gelernt haben, ist gut für uns selbst zu sorgen. Als ich wieder zu singen begann, fühlte ich, wie es mich nährt und zwar von innen.
Ich hörte auf zu suchen und begann zu finden. Das war eine wichtige Umkehr in meinem Leben. Mein Hunger nach Lebendigkeit, Freude und Leichtigkeit begann ich mit dem Singen zu stillen. Zu dieser Umkehr gehörte der Weg nach innen, den ich über meine Stimme anfing zu beschreiten und ich habe auch erfahren, dass die Stimme Raum braucht, damit sich ihr Klang entfalten kann. Es gibt keine Techniken oder Methoden, die nur die Stimme ausbilden können. Stimmbildung beginnt im Körper!

Das Wort Trauma beinhaltet Traum und RAUM: T-RAUM-A
Ich begriff, Trauma ist ein nicht endender Traum und mangelnder RAUM. Ohne Raum gibt es auch keinen Zwischenraum. Ohne Raum und Zwischenraum sind wir identifiziert mit den traumatischen
Erlebnissen (unserer Eltern, Ahnen, …) und haben noch nicht erkannt, dass die Zeit des TRAUMAS vorbei ist.

 

Stimmapparat & Schoßraum – eine alte, heilige Verbindung
Vor vielen Jahren hatte ich ein Erlebnis, welches mir zeigte, worum es in meiner Arbeit mit der Stimme wirklich geht. Ich war bei einem Ausbildungswochenende in Obertongesang. Der Obertongesang war wieder mein Einstieg zum Singen. Es war, als ob sich ein Fenster öffnete und ich weilte in einem Zustand, in dem ich erkannte, dass alles was wir suchen, bereits in uns ist. Dieser Zustand hielt gut zwei Wochen an. Ich sah viel farbintensiver und es leuchtete alles in hellem Licht. Ich hörte, roch und schmeckte viel intensiver. Es war, als wenn ich das erste Mal richtig sehen und mit allen Sinnen wahrnehmen könnte. Ich war tief verwurzelt mit der Erde, war ganz tief mit meiner Gebärmutter und meinem Beckenboden verbunden, fühlte die starke Verbindung zwischen der Gebärmutter und Mutter Erde. Ich fühlte mich als ein Kind von Mutter Erde, der großen Mutter. Es war Frieden, tiefe Ruhe in mir, keinerlei Ängste, alle körperlichen Funktionen arbeiteten uneingeschränkt. Ich hatte keinerlei Symptome oder Beschwerden mehr, was meine Schilddrüse anbelangte. Es war, als ob der Stecker wieder in der Steckdose steckte und alle Verbindungen in meinem Körper wieder angeschlossen waren. Nicht nur die Netzwerke in meinem Körper waren wieder ausbalanciert, auch ich erlebte mich als Teil des Universums, als ob ich an den Kräften des Universums angeschlossen war. Es gab keinerlei Trennung. Ich war der Baum und der Baum war ich. Ich begriff, dass es Gott außerhalb von mir nicht gibt, sondern ich Gott bin, alles Gott ist, jede Pflanze, jeder Baum, alles. Ich erfuhr, dass Gott in mir zu finden ist, wenn es so was wie Gott gibt. Ich begriff auch, dass es den Tod nicht gibt, sondern wir nur die Form verändern. Ich begriff, dass das Paradies bereits da ist und ich es nun sehen kann. Die Farben waren so bunt, so intensiv, die Musik so wunderschön. Das müssen Menschen erfahren, die ein Nahtoderlebnis haben, dachte ich. Es gab nur das JETZT und ich war mit allem einverstanden, mit meiner Vergangenheit, meiner Gegenwart und meiner Zukunft und vor allen Dingen mit mir. Ich konnte mich vollkommen so annehmen, wie ich bin. Der Kampf, der Krieg gegen mich hörte auf. Es war unbeschreiblich, unvergesslich und ich war ganz da, ganz in meiner Präsenz, ganz geerdet und gleichzeitig mit dem Universum verbunden. Es hat Jahre gedauert, bis ich begriffen hatte, was da mit mir passierte. Als ich meiner Medizinfrau davon berichtete, jubelte sie und sagte zu mir: Komm Iris, das müssen wir feiern! Sie hatte mir nie erklärt, was da passierte. Meine Erfahrung ist, dass die Schamanen mit indigenen Wurzeln nicht über die Dinge sprechen. Was ich jedoch wusste, war, dass ich nach Hause gekommen war und das dies mit der Verbindung zwischen Stimmapparat und Schoßraum zu tun hatte, denn ich war vollkommen frei und erinnerte mich, wer ich wirklich bin. Kurz darauf erhielt ich die Botschaft, dass die Stimme die stärkste Medizin der Zukunft sein wird. Sie ist die älteste Medizin und wird nun wieder erinnert.

Über die Stimme nach Hause kommen …
In meiner Stimmarbeit geht es heute darum, die heilige Verbindung zwischen Stimmapparat und Beckenboden (Schoßraum) wiederherzustellen. Im Grunde ist sie schon da, wir müssen sie nur erinnern. Ich habe viele Methoden auf meinem Heilungsweg ausprobiert, aber nichts war wirkungsvoller als das Singen oder Tönen; die Stimme führt uns in die absolute Tiefe. Sie vermag tiefsitzende alte Muster aufzulösen und wird in ihrer Wirkung immer noch völlig verkannt. Häufig sieht man sie als Beiwerk oder als unterstützendes Medium für eine andere Behandlung. Die Verbindung zwischen Stimmapparat und Schoßraum trägt das größte Potential der Wandlung, der Erinnerung und des nach Hause Kommens. Heilung ist für mich nichts anderes als Erinnern.

Parallelorgane und Parallelprozesse

                                                                                     

 

 

Weibliches Geschlechtsorgan und Stimmapparat

Die Ähnlichkeit zwischen dem weiblichen Geschlechtsorgan und dem Stimmapparat ist frappierend. Es gibt hier nicht nur Parallelorgane, sondern auch Parallelprozesse. Das bedeutet, wenn ich mit dem Stimmapparat arbeite, geschehen parallel Prozesse im Schoßraum und umgekehrt.

Es gibt folgende Parallelorgane:
Innenohr – Eierstöcke
Eustachische Röhren – Eileiter
Gebärmutter – Mundraum
Muttermund – Mund
Zunge – Klitoris/Eichel
Kehlkopf – Vagina/Penis
Zu den Parallelorganen gehören parallele Muskelgruppen und Faszien.

Das männliche Geschlechtsorgan ist letztendlich nur nach Außen gedreht, was ja auch zur männlichen Eigenschaft gehört. Das Männliche geht nach Außen und das Weibliche nach Innen. Jedoch fehlt den Männern ein entscheidender Raum und das ist die Gebärmutter, der erste und wichtigste Beziehungsraum. Deshalb fühlen sich Frauen mehr für die Beziehung verantwortlich als Männer.

Singen nährt uns und führt zurück in die pränatale Zeit
Wenn wir uns dieser wichtigen Verbindung zwischen Stimmapparat und Schoßraum bewusst werden, wird klar, dass das Singen unweigerlich zu unserer eigenen pränatalen Zeit zurückführt. Nicht nur das, wenn der Kehlkopf ungehindert frei schwingen kann, kommt er in diesen Zustand, der mit der pränatalen Zeit zu vergleichen ist und birgt das Potential des Versorgtseins, Genährt- und Beschützt-Seins und der Selbstregulation. Das bedeutet, dass er in diesem Zustand uns genau das zu geben vermag, wonach wir schon lange suchen, und was wir bei einem Bindungs- und Symbiosetrauma schmerzlich vermissten.

Der Unterschied ist, dass wir dieses Genährt- und Beschützt-Sein von unserer Mutter in ihrem Bauch bekommen haben. Beim Singen geben wir es uns selbst. Ungeachtet dessen, wie die Beziehung zwischen Baby und Mutter sich entwickelt, wird das Kind über die Nabelschnur genährt, es schwebt im Wasser und alle Prozesse regulieren sich von alleine. Im Bauch der Mutter waren wir in einem Zustand von Sog – nicht umsonst gibt es das Wort Säugling, was an Saugen erinnert.

In meiner Stimmarbeit geht es immer wieder darum, sensorische Stimulationen von Sog auszuüben, so dass wir den Kehlkopf in seinen ursprünglichen Zustand von Sog zurückführen. Das Kind ist im Bauch der Mutter mit ihr verbunden und wird von ihr versorgt. Ansonsten wäre das Kind nicht lebensfähig. Prof. Hüther sagt, dass es bei chronischen Krankheiten so wichtig ist, an die vorgeburtliche Zeit anzuknüpfen, in eine Zeit, in der es noch keine negativen Verschaltungsmuster gab.3 Genau dies tut jedoch das Singen, weshalb das Singen gerade für chronisch kranke Menschen von elementarer Bedeutung ist. Die Neurobiologie hat erforscht, dass die negativen Verschaltungsmuster und Synapsen in den ersten Lebensjahren gebildet werden, je nachdem, welche Erfahrungen ein Kind in seinem Umfeld macht. Festgestellt wurde auch, dass der Körper das Gehirn formt und nicht umgekehrt, weshalb wir neue Verschaltungen auch nur über den Körper und neue Erfahrungen erreichen können. In meiner Stimm-Balance© Prozessarbeit werden genau diese Faktoren berücksichtigt. Die neurobiologische Wirkung des Singens zeigt sich insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen.

Der Kehlkopf – ein Wunderwerk
Der Kehlkopf ist ein autonomes Organ und ist mit allen Funktionen der Organe verbunden. Bei der Stimm-Balance Prozessarbeit kommt es zu Rückkoppelungen zwischen dem Kehlkopf und dem Gewebe. Die Rückkoppelung als Resonanz zu verstehen wird daher so wichtig. Bei einem Bindungstrauma fehlt die Resonanz auf das Lied des Kindes. In meiner Arbeit kommt es nun zu Resonanzen im ganzen Körper, so dass die Beziehung zwischen den verschiedenen Organen und Netzwerken erinnert wird. Wenn klar wird, dass alles in Beziehung zueinander ist und genauso die Natur funktioniert, wird deutlich, dass wir mit einem Bindungstrauma keine Beziehungen lernen und pflegen konnten (insbesondere zu uns selbst), weil wir keinen eigenen Raum bekommen haben. Beziehungen sind nichts anderes als Zwischenräume. Dazu braucht es jedoch Individuen, Menschen mit eigenen Identitäten und gelebte Autonomie. Der Kehlkopf kann als autonomes Organ diese Zwischenräume erlebbar machen, so dass wir tatsächlich fühlen, wie unser Gewebe immer lebendiger wird, wir in unsere Freude kommen und wir uns damit selbst ermächtigen. Wir machen die Erfahrung, dass wir über die Stimme sofort und einfach unsere Empfindungen verändern können. Er führt uns in eine Autonomie und Lebendigkeit, denn Trauma ist nichts anderes als die verlorene Lebendigkeit.

Kreativität und Ausdruck
In unserer Gebärmutter sitzt die Kreativität. Geschlechtsorgane stehen für die Selbstverwirklichung. Der Halsbereich steht für Ausdruck – Selbstausdruck. Beides gehört unbedingt zusammen und kann nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Deshalb glaube ich, dass eine reine Schoßraumarbeit uns nur bedingt weiterhilft. Es braucht unbedingt die Verbindung von beidem. Wenn klar wird, wie sehr wir in unserem kreativen Ausdruck verletzt wurden, kann der Ausdruck nicht vernachlässigt werden und wo drücken wir uns am dichtesten und tiefsten aus – über die Stimme!

Im Schoßraum sitzt unsere Lebensenergie, die wir über unsere Zunge steuern. Wenn wir uns selbst keinen Ausdruck geben, verlieren wir unsere Lebensenergie. Und die Zunge steht für die Sprache. Es gibt Sprichwörter wie „Sich die Zunge abbeißen …“ Es geht nicht nur darum, dass wir unsere Stimme wiederfinden, sondern auch darum, sie zu erheben!

Standing und Aufrichtung
Wenn der Kehlkopf ganz frei schwingt und man nicht versucht, ihn zu beeinflussen, denn er ist willentlich nicht zu steuern, dann kommt es nicht nur zur Entfaltung seines Potentials im klanglichen Sinne, sondern wir haben den größten Zugang zu unserem Potential und unserer Kreativität. Dazu braucht es einen Beckenboden, der wieder in seine ursprüngliche Funktion der Stütze zurückgeführt wird: Eine Übung mit dem Beckenboden beispielsweise lautet, das Steißbein nach innen zu führen und das Schambein hochzuziehen und dabei zu tönen. Das führt dazu, dass eine innere Aufrichtung der Wirbelsäule geschieht, das Zwerchfell entlastet wird und nicht mehr die Aufgabe der Stütze übernehmen muss. Mit einem Beckenboden, der wieder stützt, haben wir einen festen Stand und sind geerdet. Das ist nur möglich, wenn der Psoasmuskel gedehnt und beweglich ist. Man nennt den Psoasmuskel auch Traumamuskel und Sitz der Seele. Mit der oben beschriebenen Übung kann man diesen dehnen.

Dann kommen wir in eine Haltung, die der natürlichen Erdanziehung entspricht. Das führt zu mehr Raum im Schoßraum, was für schwangere Frauen auch wichtig ist, denn erst dann bekommt das Baby im Bauch richtig Platz und kann ankommen. Mit einem Beckenboden, der stützt, kommen wir im Leben an. Die Psoasmuskelgruppe umschließt und beschützt den Schoßtraum, wir werden frei in unserer Atmung und Bewegung. In dieser Verbindung Schoßraum und Stimmapparat wird nicht nur die Selbstregulation aktiviert, wir sind angeschlossen an eine höhere Kraft und lassen ES durch uns singen. In diesem Zustand sind wir in einem ständigen Erschaffen und Gebären. Schwangere gebären so freudvoll ihre Kinder und andere gebären sich selbst und ihr Licht.
In dieser heiligen Verbindung spiegelt sich unsere Schöpfung und wir kommen nach Hause.

Anmerkungen
1 Prof. Dr. Ruppert: https://www.rubikon.news/artikel/traumatisiertegesellschaft (es handelt sich hier um ein Interview bei „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“ mit dem Titel: Traumatisierte Gesellschaft vom 1.9.2017)
2 Prof. Dr. Ruppert im Interview beim Online Selbstheilungssymposium, Schwerpunkt Sucht von Anne Blumenthal
3 Prof. Dr. Dr. Hüther, Gerald: Reaktivierung von Selbstheilungskräften aus neurobiologischer Sicht. Quelle: symptome.ch – Symptome und Ursachen von Krankheiten – Blog mit Tipps zu Gesundheit

Über die Autorin:
Iris Hammermeister ist ausgebildet in physiologischer Stimmbildung, Gesang, systemischer Familien- & Traumatherapie. Sie ist Autorin, Stimm- & Körperforscherin, Sängerin & Musikerin. Ihr besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung zwischen Stimmapparat und Schoßraum/Beckenboden. Ihr Anliegen ist es, Menschen über die Stimme nach Hause und Musiker zu ihrem kreativen Potential zu begleiten.

Copyright
Text © Iris Hammermeister
Grafik & Bilder © Petra Winkelhardt

Die Verbindung zwischen Kehlkopf und unterem Beckenboden

Die Verbindung zwischen Kehlkopf und unterem Beckenboden
Ein ungeahntes Potential, insbesondere für chronisch kranke Menschen

Von Iris Hammermeister

Mein Forschungsgebiet liegt in der Verbindung zwischen Kehlkopf und unterem Beckenboden. Seit Jahren lehre ich über diese Verbindung und kann heute sagen, dass sie für mich das größte Potential für Wandlung darstellt. In dieser Verbindung spiegeln sich die Themen Bindung und Beziehung, die ein großes Wandlungspotential bereit hält.

Parallelen zwischen dem Stimmapparat und dem weiblichen Geschlechtsorgan

Es gibt eine frappierende Ähnlichkeit zwischen dem Stimmapparat und dem weiblichen Geschlechtsorgan. Beim Stimmapparat gehören die Ohren bzw. das Innenohr dazu. Das Hören hat eine wichtige Bedeutung, wenn es um die Wandlung von alten Mustern geht. Letztendlich wandelt der Klang durch ein anderes Hören um. Wir hören nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit anderen Sinnesorganen, beispielsweise nimmt unsere Haut als größtes Sinnesorgan den Klang auf. Der Kehlkopf könnte als 6. Sinnesorgan betrachtet werden.

 

Oben wie Unten – Parallelorgane

Meine Erfahrung ist, dass alle Veränderungen, die im Stimmapparat geschehen, auch parallel im unteren Beckenboden passieren oder umgekehrt. So kann man von parallelen Organen sprechen, wie beispielsweise Mund und Muttermund, Mundraum und Gebärmutter, Innenohr und Eierstock, Stimmlippen und Schamlippen, Kehlkopf und Vagina,…

Es ist kein Zufall, dass es diese Verbindung zwischen dem Kehlkopf und dem unteren Beckenboden gibt. Diese Verbindung besteht auch bei Männern in einer anderen Art.

Das bedeutet, dass die Stimme mit unserem Ursprung, mit unserem göttlichen Funken, mit unserer Lebensenergie, mit unserem Schöpfungsraum verbunden ist. Es ist auch kein Zufall, dass das weibliche Geschlechtsorgan so viele Parallelen zum Stimmapparat aufweist und das kollektive verletzte Weibliche im Schoßraum der Frauen verborgen liegt. Ich habe mich viel mit der Mutterwunde auseinandergesetzt und bin zum Ergebnis gekommen, dass das Singen Mütterlich ist, was uns wieder mit dem Gottesweiblichen verbindet, denn der Klang ist weiblich und der Ursprung des Universums.

Diese Verbindung spielt nicht nur eine große Rolle für den Fachbereich der Pränatalpsychologie, sondern auch für die Rückverbindung zur Essenz, die auch für Musiker und Künstler eine wichtige Grundlage des eigenen Schaffens ist. Ein Baby liegt im Bauch der Mutter genau in dieser Verbindung. Die Verbindung zeigt sich physiologisch über die Wirbelsäule und energetisch über ein Band, welches beides miteinander verbindet. Das Knochengewebe ist ein sehr schwingungsreiches Gewebe. Oben am Anfang der Wirbelsäule beginnt sie und unten im Schoßraum endet sie. Symbolisch stellt sie Anfang und Ende dar, Geburt und Tod. Die Wirbelsäule ist die Basis unseres Lebens. Das Knochengewebe ist das tiefste Gewebe, auf dem wir unser Leben aufgebaut haben. Oft geht es im Leben auch darum Rückrat zu haben und sich nicht brechen zu lassen, also wie stabil sind wir und stehen wir für uns selbst ein?

Getrenntsein ist eine Illusion – Wir waren immer verbunden

Wenn wir nun eine schwierige Mutterbindung erfahren haben, die letztendlich aufgrund der patriarchalen Kultur normal ist, geht es hier ja immer um das Gefühl der mangelnden Verbindung oder dem Gefühl des Getrenntseins. Das Singen bzw. die Stimme kann jedoch daran erinnern, dass wir in einer Verbindung waren und Trennung eine Illusion ist. Egal wie schwer eine Mutter traumatisiert war, das Kind ist im Bauch der Mutter immer mit ihr verbunden, sonst wäre es nicht lebensfähig, denn die Mutter versorgt das Kind auch über die Nabelschnur.

Der Körper formt das Gehirn am Anfang des Lebens

In dieser Zeit und in den ersten Lebensjahren formt der Körper das Gehirn. Erst später werden Synapsen im Gehirn gebildet, die davon abhängig sind, welche Erfahrungen das Kind in seinem Beziehungsgefüge gemacht hat. Das Gehirn schafft Netzwerke und Verschaltungen anhand der gemachten Erfahrungen (Bindung & Beziehung). Wenn diese überwiegend negativ waren, wovon bei einer traumatisierten Gesellschaft und der transgenerationalen Weitergabe von Traumata auszugehen ist, wird das Schmerzzentrum im Gehirn gebildet. Dieses ist vor allen Dingen im Ruhezustand aktiv und bei chronisch kranken Menschen besonders stark. Das bedeutet, dass negative Gedanken ständig im Kopf kreisen, die wiederum negative Gefühle wie Angst und Schmerz zur Folge haben. Das Gehirn sendet in den Körper bestimmte Botenstoffe, die süchtig machen, also das Suchtzentrum im Gehirn ansprechen. Der Körper schreit förmlich nach diesen Botenstoffen, wenn er diese nicht bekommt, so dass das negative Denken und Fühlen auch zu einem Zwang geworden ist, den man nicht so einfach abstellen kann. Diese Denkstruktur sichert das Überleben, so dass sich das Gehirn in einem anhaltenden Überlebensmodus befindet. Diese Synapsen bzw. Negativ-Verschaltungen verhindern jedoch die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Sie verdecken den ursprünglichen Zustand der Verbindung und Erschweren ein Herankommen an die frühe pränatale Phase, in der diese Synapsen noch nicht vorhanden waren. Manchmal verhindern diese Negativ-Verschaltungen auch das Empfinden von Schmerz, gerade bei chronisch kranken Menschen. Die Folge ist das Nicht-Wahrnehmen, dass etwas nicht in Ordnung oder aus dem Gleichgewicht geraten ist. Bei einer chronischen Erkrankung findet keine Selbstorganisation der Selbstheilungskräfte mehr statt, der Körper ist überfordert.

Positive Erfahrungen bilden neue Synapsen

„Die im Lauf unseres bisherigen gemachten Erfahrungen im Leben von Unverbundenheit, von Unvereinbarkeit, Unverständnis und Hilflosigkeit müssen durch solche Erfahrungen überlagert werden, die an ursprünglich, zumindest, während der frühen Kindheit  vorgeburtlich oder postnatal gemachte Erfahrungen von Kohärenz, von Verbundenheit und von eigener Gestaltungsfähigkeit anknüpfen.“  * Siehe Quellenangabe

Das bedeutet, dass die Verbindung zwischen Kehlkopf und unterem Beckenboden über die eigene Stimme ermöglicht, an die Verbindung zur Mutter in der vorgeburtlichen Zeit zu erinnern und ein ungeheures Potential darstellt. Somit auch für chronisch kranke Menschen die Möglichkeit besteht, ihre Selbstheilungskräfte wieder zu aktivieren und an die gemachte Erfahrung von Verbundenheit dieser vorgeburtliche Zeit anknüpfen können. Wir verbinden uns mit dem älteren Teil des Gehirns zurück und können damit die später entstandenen Verschaltungen durch negative Erfahrungen in den Beziehungen umgehen.

Um den Teufelskreis der Negativ-Verschaltungen zu unterbrechen müssen neue Synapsen und Verschaltungsmuster im Gehirn gebildet werden. Dazu braucht es positive Erfahrungen, die den Körper miteinbinden, auch das Zusammenspiel zwischen Körper, Psyche und Denken. Es muss das was bereits gut funktioniert weiter ausgebaut werden. Dazu gehört auch, dass die Person einen Raum bekommt und gesehen wird, die Erfahrung macht etwas Besonderes zu sein, also ein Individuum, ein Subjekt. Positives Denken, Affirmationen, Glaubenssätze umprogrammieren, kognitive Angebote – dazu gehören auch therapeutische Angebote – können keine nachhaltige Veränderung bewirken.

Schaffung (Erinnern) von Räumen und Zwischenräumen für lebendige Prozesse

Die Stimm-Balance Prozessarbeit beinhaltet alle wichtigen Aspekte der neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Neurobiologie. Über die differenziert geführte Stimulation werden Beziehungen (Zwischenräume) zum Klang-, Körper-, und Nervensystem aufgebaut. Es geht hier immer um die Schaffung von Zwischen-Räumen, in der sich die Selbstorganisation der Singstimme und des Körpers entfalten kann. Zwischen-Räume schaffen bedeutet nichts anderes als Beziehungen zu ermöglichen (weibliches Prinzip!), in denen lebendige Prozesse geschehen können. Der Organismus bzw. die Selbstheilungskräfte reorganisieren sich selbst. Der Fokus liegt auf das was bereits da ist (Tonumfang, Klangvolumen, sensorische Wachheit,…) und gut funktioniert und wird weiter ausgebaut. Die Stimm-Balance ist erfahrungsbasiert und ermöglicht so die Bildung neuer Synapsen. Zudem wird beim Singen die rechte Gehirnhälfte (Zuständig für Gefühle, Intuition,…) aktiviert, als auch die linke und rechte Gehirnhälfte miteinander verbunden. Die Stimulation der Sensomotorik befördert die Erinnerung an die Zeit der Verbundenheit in der vorgeburtlichen Zeit. Zudem schüttet das Singen Oxytocin aus, ein Glückshormon, welches auch während der Schwangerschaft, Geburt und beim Sterben ausgeschüttet wird.

Der Beckenboden – unser Zuhause

Im Beckenboden ist unser Zuhause, der Ort der Kreativität. So sehe ich auch für die Kreativitätsentwicklung und im künstlerischen Wirken eine wichtige Aufgabe die Verbindung zum Beckenboden aufzunehmen. Im Schoßraum entsteht Leben, also Schöpfung pur, in der wir immer wieder neu erschaffen und kreieren. Die Verbindung zwischen Kehlkopf und Beckenboden gleicht also dem Schöpfungsprinzip des ständigen Erneuerns und Vergehens. Dort treffen sich Gebären und Sterben und es ist kein Zufall, dass das Oxytocin genau beim Singen, Sterben und Gebären ausgeschüttet wird…

Quellenangabe:*

Titel: Reaktivierung von Selbstheilungskräften aus neurobiologischer Sicht“,
Autor: Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther,
Quelle: symptome.ch – Symptome und Ursachen von Krankheiten – Blog mit Tipps zu Gesundheit

© Text Copyright Iris Hammermeister
© Bilder Copyright Improphysis® – Iris Hammermeister
Lehrmaterial – Improphysis® – Stimm-Balance
Nutzung des Bildmaterials nicht erlaubt!

Das Institut für angewandte Improphysis® bietet eine Ausbildung in Stimm-Balance an, die im September 2018 startet. Hierbei geht es auch im die Verbindung zwischen Stimmapparat und Beckenboden, als auch um Bindung und Beziehung.

Eine Fortbildung in Stimm-Balance für Fachfrauen aus der Pränatalpsychologie und Bindungsanalyse ist derzeit in Vorbereitung.

Demnächst finden Sie weitere Artikel zu den Themen:

  •  Stimme, Bindung und Beziehung.
  • Wieso kann die Stimme bzw. der Kehlkopf so wirkungsvoll ausbalancieren?
  • Was haben Räume und Zwischenräume mit Weiblichkeit zu tun und welche Rolle spielt dabei die Stimme?
  • Welche Bedeutung hat der Psoasmuskel  in der Stimmbildung und in der Traumaarbeit und wie kann die Stimme auf den Psoasmuskel  Einfluss nehmen?

Wahrhaftiger Ausdruck wandelt unser Leben

Wahrhaftiger Ausdruck wandelt unser Leben

Veröffentlicht am 13.09.2019 in Newslichter Was kann Stimme mehr, als unser wahres Sein ausdrücken? Ich kann mich noch gut an dieses quirlige, lebendige, freudige und freche Kind erinnern. Es war ein sehr ausdrucksstarkes Kind, doch oftmals mögen Eltern solche lebendigen Kinder nicht besonders, zumindest nicht in meiner Generation der Kriegsenkel. So versprach es mir im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache und ich hörte schon früh auf zu sprechen und damit verlor ich nicht nur meine Stimme, sondern auch meinen wahrhaftigen Ausdruck. Zum Ausdruck gehörte mein ganzes Wesen, mein ganzes Sein, meine Präsenz, meine Liebe, Freude und Lebendigkeit, die sich nach Innen vergrub. So wurde aus dem Ausdruck ein Innendruck. Die Befreiung über die eigene Stimme Das was mit mir passierte, ist kein Einzelfall und erleben die meisten Menschen. Bei mir war es sicher sehr ausgeprägt, was damit zu tun hat, dass sich meine Seele für dieses Leben vorgenommen hatte, mein wahres Selbst zu erinnern und über meine Stimme, über den Gesang, zu befreien. Dabei kann uns nichts anderes wirkungsvoller von unserem Gefängnis befreien, als die Stimme. So geht es gerade bei vielen Frauen darum, ihre Stimme zu erheben, ihre Wahrheit zu verkünden, überhaupt erst einmal einen Zugang zur inneren Stimme zu bekommen. Als Sängerin weiß ich, wieviel Glück und Liebe das Singen bedeuten kann, aber auch Angst und Scham. Zu singen vor den Menschen oder auf einer Bühne, braucht die Überwindung des eigenen Überlebensmusters, das Herauskommen aus dem Versteck, wenn man als Kind seinen eigenen Ausdruck nicht leben konnte. Viele Sänger haben das Gefühl, daß sie gegen eine gläserne Wand singen, daß sie trotz guter Ausbildung nicht wirklich an ihr Potential kommen und dieses nicht leben können. Das ist auch mit Technik nicht möglich, hinter der sich viele Sänger verstecken. Es geht um den wahrhaftigen künstlerischen Ausdruck, der uns aus unserem Gefängnis holen kann. Aber, es gibt kaum Lehrer, die das wissen und so unterrichten, dass das eigene Potential zumindest erkannt wird. Ich hätte mir, auf meinem stimmlichen Weg einen Lehrer oder eine Lehrerin gewünscht, die mich in meinen wahrhaftigen Ausdruck begleitet, denn wenn es uns gelingt unser wahres Sein auszudrücken, dann vollzieht sich eine totale Wandlung im Leben. Dazu braucht es den Mut und die Bereitschaft sich ganz auf sich selbst einzulassen und auf Gefühle, die in uns schlummern. Die tiefe Liebe in uns leben und zum Ausdruck bringen, ist unsere Befreiung Irgendwann hatte ich begriffen, daß das Singen mich so an meine Gefühle bringt, daß es mich immer wieder Überwindung kostete, zu üben. Zunächst dachte ich, daß es um die Angst geht sich zu zeigen oder um Scham oder Verurteilung, vor der ich Angst hatte. Ich begriff jedoch, daß meine größte Angst war, dieser tiefen Liebe zu begegnen. Dieser unbeschreiblichen bedingungslosen Liebe, die ich für die Musik, insbesondere für den Gesang empfinde. Es gibt einfach kein Entrinnen, mein Herz reagiert unweigerlich auf meinen Gesang und ich kann es nicht kontrollieren. Letztendlich geht es darum, diese Liebe über den Gesang zum Ausdruck zu bringen. Ich glaube, daß es bei allen Menschen darum geht, sich an diese bedingungslose Liebe zu erinnern und sie auszudrücken. Dazu hat jeder Mensch eine bestimmte Gabe mitgebracht und seine ganz eigene Geschichte erlebt, die damit geheilt werden will. Ich tue das über die Stimme und begleite Menschen in ihren wahrhaftigen künstlerischen Ausdruck und zeige ihnen, wie sie ihr Potential befreien und ihre Kreativität leben können. Wenn wir uns ganz auf diese Liebe einlassen, dann wandelt sie unser Leben und hebt das Gefühl der Trennung auf. Zu diesem Wendepunkt gehört, daß wir uns selbst mit all unserer Liebe dem Leben hingeben und andere mit unseren Gaben beschenken. Wir beginnen zu Teilen, zu Be-Schenken. Das ist genau der Punkt, bei dem Co-Creation entsteht, bei dem wir unsere Schöpferkraft leben. Wie das gelingt, lehre ich in einer neuen Improvisationsmethode – der Improphyis®, die auf der Physiologie basiert. Schließlich ist der Körper selbst unsere verkörperte Schöpfung. In ihm ist das Universum abgebildet, in ihm wartet das Potential, unser wahres Selbst auf die Befreiung. So wird in der Improphysis® das Potential der Kreise, der Gemeinschaft genutzt. Dort findet gelebtes Wissen, gelebtes Sein, statt. Dort leben wir gemeinschaftliche musikalische Schöpfungsprozesse, in denen wir eine tiefe Verbindung zu uns selbst, unserer Stimme, unserem Körper, den anderen, dem Universum und Gott, erfahren. Es ist gelebte Liebe du Schönheit, die ihren Ausdruck durch eine Gemeinschaft findet.  

Die Entfaltung der Kreativität ist der Weg in die Freiheit

Die Entfaltung der Kreativität ist der Weg in die Freiheit
Die Künste sind unser größtes Kapital  – So auch die Stimme, der Gesang In den letzten Tagen habe ich mich sehr viel mit der Kreativität beschäftigt. Ich habe Joseph Beuys studiert, Bücher gelesen, bin in mich hinein gegangen und habe alle Gedanken und das was ich fühle in ein Notizbuch geschrieben, bis ich begriffen habe, wie bedeutsam die Kreativität tatsächlich ist. Was bedeutet überhaupt Kreativität und warum wird so wenig darüber gesprochen? Warum spielt sie eine so geringe Rolle, wenn es um die Künste oder um die Heilung geht?? Ich folgte einem inneren Ahnen und bemerkte, dass mich die Beschäftigung mit der Kreativität und den Künsten lebendig macht. Immer wenn ich daran dachte, auch an meine selbst entwickelte Improvisationsmethode Improphysis®, war da eine innere Aufgeregtheit, eine Freude, eine hohe Energie, wie ich sie früher als kleines Mädchen hatte. Für mich ist es nicht leicht der Sehnsucht nach den Künsten zu folgen. Oftmals lenke ich mich ab und bin schnell in Themen, die mit Heilung, mit Trauma etc. zu tun haben und merke jedoch immer deutlicher, dass ich müde bin von all der Schwere und dem Leid. Der Fokus auf die Kreativität und künstlerischer Ausdruck, spiegelt mir den Blick auf die Schönheit, auf die Liebe, auf den Glanz und die Grandiosität dieser Welt, die viel zu wenig Beachtung findet. Die Beschäftigung mit Dr. Joe Dispenza, dem Quantenfeld oder auch Nullpunktfeld zeigte mir, dass es auch einen anderen Weg der Transformation gibt. Es ist nicht mehr notwendig, dass wir durch den Schmerz gehen müssen. Mittels verschiedener Meditationen oder auch Methoden, die die Quantenphysik nutzen, erfahren Menschen recht schnell, dass sie ihre eigene Schwingung erhöhen können und damit ihre Schöpferkraft entfalten. Jedoch sind auch diese Menschen nicht davon verschont, regelmäßige Übungen zu machen, um diese Energie zu halten. Letztendlich wird auch damit das kreative Potential entfaltet. Die Bedeutung und Aufgabe der Künste sind in Vergessenheit geraten Mich wundert es jedoch, dass die Künste hier keine Rolle spielen. Es scheint nicht bekannt zu sein, dass wir unsere eigene Schwingung beispielsweise über den Gesang oder das Tönen auch erhöhen können und wir insbesondere über den Stimmklang Kontakt mit dem Quantenfeld / Nullpunktfeld aufnehmen. Das Tönen oder Singen kann ebenso in kurzer Zeit die Eigenfrequenz erhöhen und das kreative Potential entfalten. Schließlich ist das Singen nichts anderes als Schwingen und Frequenz. Auch hier gilt, dass regelmäßiges Üben unabdingbar ist, um diese hohen Frequenzen erhalten zu können. Was ist Kreativität überhaupt? Diese Frage habe ich mir lange gestellt. Ich bin zum Schluss gekommen, dass Kreativität der Ausdruck des Göttlichen oder des Lichtes ist. Letztendlich das, was wir wirklich sind. Damit schließt sich für mich der Kreis, wenn es um die ursprüngliche Aufgabe der Künste geht. Diese war schon immer den göttlichen Funken zum Ausdruck zu bringen. Sich selbst als Gefäß zur Verfügung zu stellen, um dieser Schönheit und Liebe einen Ausdruck zu verleihen. Das ist nur leider in Vergessenheit geraten, wird auch nicht gelehrt oder thematisiert. Vielmehr ist es bedeutsam, den Klang der Stimme einem sogenannten Ideal anzupassen, auch hier ist die Anpassung nach Außen deutlich spürbar. Was hat Kreativität mit Liebe zu tun? Für mich wurde klar, dass die Kreativität ziemlich viel mit der Liebe zu tun hat. Letztendlich drückt sie die Liebe aus, wird Liebe gelebt und in die Welt gebracht. Der göttliche Funke ist für mich nichts anderes, als eben diese unglaubliche hohe Schwingung der Liebe. Also haben die Künste die Aufgabe, diese unglaublich hohe Schwingung der Liebe zum Ausdruck zu bringen. Und, klaro, wenn wir mit so hohen Schwingungen in Berührung kommen, dann schwingen wir selbst gleich höher und zu vergessen ist hier nicht, dass Sänger und Musiker einst die Musik oder den Gesang so liebten und deshalb studierten. Leider spielt auch das keine Rolle beim Gesangs- oder Musikstudium. Irgendwann wird die Liebe vergessen, vergraben, weil auch Musiker sich den gegebenen Umständen anpassen und dieser Bereich hat es besonders schwer, wenn es um das finanzielle Überleben geht. Da wird eher geschaut, wie man die Miete im nächsten Monat bezahlen kann, als nach der Liebe zur Musik. Und ich kann mich gut erinnern, dass auch ich diese unglaublich tiefe Liebe zur Musik vergraben hatte, ziemlich lange sogar. Irgendwann während eines Seminars beim Lichtenberger Institut, erinnerte ich mich wieder und es war sehr bewegend für mich, als ob ich eine uralte große Liebe wieder getroffen hatte. Das kann man mit der Liebe zwischen Mann und Frau nicht vergleichen. Es ist eine andere Liebe, eine übergeordnete, eine größere Liebe. In unserer wahren Natur sind wir alle kreativ und alle Künstler In der Auseinandersetzung mit Joseph Beuys, stimme ich ihm vollkommen zu, dass wir alle ein kreatives Potential in uns tragen und auch alle Künstler sind. Die Kreativität geht über die Künste hinaus und ist vielmehr. Wenn die Kreativität so viel mit der Liebe zu tun hat und sie eben diese ausdrückt, ja dann sind wir auch Liebe, dann sind wir Göttlich. So sind wir auch alle kreativ und Künstler – Lebenskünstler. In uns allen steckt auch diese Sehnsucht nach kreativer und künstlerischer Entfaltung, weil sie unserer Essenz so nah kommt. Wir drücken damit unser Selbst aus. Wir drücken damit die Schönheit aus, die Vielfalt, die Buntheit dieses Lebens und dieser Welt, haben wir all dies doch vergessen. Unsere größte Wunde ist die kreative Wunde Als Kinder sehen wir die Welt noch mit bunten Augen, haben unheimlich viel Phantasie, sind der Imagination sehr nahe, spielen Rollen und leben in unserer ganz eigenen Welt. Da sind wir noch kreativ, spielerisch, neugierig, erforschen die Welt, die Natur und uns selbst mit einem wachen Geist. Da sind wir ganz aufgeregt, wenn wir etwas Neues entdecken, freudvoll und verbunden mit unserem Licht. Wir sind wie Schmetterlinge, die lernen ihre Flügel aufzuspannen und zu fliegen. Recht schnell verlieren wir diesen Glanz, den Glitzer in unseren Augen, die freudvolle und sinnliche Neugier. Da werden wir zurechtgestutzt, nicht gesehen, nicht wirklich wahrgenommen und haben zu funktionieren. Wir werden zu funktionierenden Konsumenten erzogen, verlieren unsere Stimme, die Verbindung zu uns selbst und unserem Licht, verstummen, falten uns ein, bleiben klein, still und einsam. Schule macht all dies nur noch schlimmer. Schule war für mich immer der Horror. Leistung ist gefragt, weniger ein wacher fragender Geist. Unsere Lebendigkeit verschwindet zusehends, unsere Verbindung zum Licht, unser Ausdruck dieses Lichts, unsere Phantasien, Ideen, Träume, Spielelust und Neugier stirbt. Alles was uns ausmacht, unser Ausdruck des Seins, das was wir sind und was wir fühlen, wird kritisiert, nicht verstanden, abgewertet und klein gemacht. Unsere Flügel werden so gekürzt, dass wir uns zusammenfalten und erstarren. Alles was wir sind, wurde verletzt, missachtet und hinterlässt eine tiefe Wunde. Eine Essenzwunde und eine Liebeswunde. Wenn wir kreativ sind und dieses als Liebe zum Ausdruck bringen, dann tragen wir tiefe Liebeswunden in uns. Das Leben ist gekennzeichnet von unerfüllter Liebe Wenn ich auf mein Leben zurückblicke, auch die Auseinandersetzung der letzten Tage mit dem Thema Kreativität, dann wurde mir so deutlich, dass mein Leben aus unerfüllter Liebe oder Lieben bestand und damit meine ich nicht ein Singledasein, welches ich nicht habe. Meine unerfüllte Liebe begann mit der unerfüllten Liebe zu meinem Vater. Viele Jahre habe ich mich nach der Liebe meines Vaters gesehnt. Mit unerfüllter Liebe meine ich, nicht gelebte Liebe, Liebe, die sich nicht zeigt oder ausgedrückt wird. Ich war ein so quirliges, lebendiges und freches Kind. Laut und anstrengend und ich wurde zurechtgestutzt, bis ich aufhörte zu sprechen. Meine kreative Wunde ist sicher immens hoch. Meine Sehnsucht nach Musik oder dem Wunsch ein Instrument zu erlernen wurde nicht gesehen und unterstützt. Dies hätte mir sicher eine Möglichkeit meines kreativen Ausdrucks gegeben. So blieb auch diese Liebe zur Musik erst einmal unbeantwortet. Oftmals sind es auch unerfüllte Lieben in Partnerschaften, unerfüllte Lieben in unseren Berufen (Berufung),… So staut sich alles in uns und manchmal implodiert es sogar oder wir werden einfach krank. So viel Festgehaltenes, soviel eingefrorene Liebe, soviel Trennung von unserer Liebe, einfach so viel Erstarrung. Kein Wunder, dass sich Krankheiten doch oftmals ihren eigenen kreativen Ausdruck suchen. Wenn wir unser kreatives Potential entfalten, dann fängt die Liebe wieder an zu fließen und in diesem kreativen Fluss steckt viel Heilung, denn wir verbinden uns auch mit dem universellen Feld / Nullpunktfeld. Das können wir über Meditationen machen, über verschiedene Methoden, die das Quantenfeld nutzen oder eben über die Künste und das ist leider noch viel weniger bekannt, denn auch die ursprüngliche Aufgabe der Künste wurde vergessen. Im Überlebensmodus können wir unser kreatives Potential nicht entfalten Unsere kreativen Wunden führen dazu, dass wir uns verstecken, ducken, funktionieren, uns abgetrennt vom Leben fühlen, anpassen, kein Zugang zu unserer inneren Stimme, unserer Intuition und unserer Kraft haben. Wir überleben. Alle unsere Zellen sind entweder auf Kampf oder auf Flucht gestellt. Angst regiert unser Leben. Unser Körper schwingt niedrig und das spiegelt sich teilweise in Krankheiten, die uns zeigen, dass es nun Zeit ist unser Leben zu verändern. Das Schwierige ist, dass es so normal ist und wir es nicht anders kennen, dass wir es oft gar nicht merken, dass wir im Überlebensmodus weilen. Wenn man nicht viel fühlt, wie kann man dann merken, dass man nichts mehr fühlt? Letztendlich nur, wenn man nach vielen Jahren einmal eine Erfahrung machte, in der man fühlte und dann erkennt, dass man sein Leben lang abgestumpft und gefühlslos dahin lebte. Unsere Eltern repräsentieren dieses System und sehen nicht wirklich, wer wir in Wahrheit sind. Nämlich göttliche geistige Wesen mit wunderbaren Gaben, einer unglaublichen Kreativität und Schöpferkraft. So glauben wir irgendwann selbst, dass wir das sind, was unsere Eltern in uns gesehen haben, denn ihnen ging es ja nicht anders. So laufen wir mit einem Bild von uns herum, dass sicher nichts Gutes verheißen mag. So bleiben wir klein und leben angepasst in einer Masse von Menschen, die es genauso macht. Es ist ein komatöser Zustand, der vom System auch so gewollt ist. Denn Menschen, die ihre Kreativität entfaltet haben, sind keine funktionierenden Konsumenten mehr. In diesem Zustand sind wir mehr auf Sicherheiten bedacht, als uns auf Experimente einzulassen. Die Entfaltung Deines kreativen Potentials fordert jedoch Mut und alte Bahnen zu verlassen. Das kann zur Folge haben, dass sich Dein ganzes Leben ändert, Dein Bild von Dir selbst nicht mehr stimmt, Du dieses viele Positive erst mal gar nicht aushältst, weil Du noch so identifiziert bist mit einem negativen Selbstbild, dass nicht der Wahrheit entspricht. Wie kommen wir aus dem Überlebensmodus? Das Herzzentrum ist entscheidend! Grundsätzlich ist es so, dass wir so gut wie alle in diesem Modus weilen und die Schwingung unserer Körpers dementsprechend niedrig ist.  Dr. Joe Dispenza sagt, dass unsere Energie, unsere Lebenskraft meisten im 1. und 2. Chakra weilt und wir bis zum 3. Chakra im Überlebensmodus sind. Der große Sprung ist es, unsere Energie bis ins 4. Chakra aufsteigen zu lassen. Das Herzchakra ist elementar, denn von dort aus reagiert die universelle Kraft und wir beginnen uns mit ihr zu synchronisieren. Erst im Herzzentrum beginnt unsere Kreativität sich zu entfalten. Der Sprung ins Herzen ist also elementar für die Befreiung von alten Bildern, Gedanken, Mustern und den Weg zur Liebe. Das Schwierige ist, dass wir mit unserer Liebeswunden im Herzchakra konfrontiert werden und es deshalb vermieden haben, dorthin zu kommen. Joseph Beuys sprach davon, dass es darum geht seine Wunde zu zeigen. Über die Künste können wir diese ausdrücken. Das ist ein Weg der Schwingungserhöhung. Wir zeigen damit unsere Verwundung und hören auf uns zu verstecken.  Wie kann Stimme hier wirken? In meiner Stimmarbeit geht es auch um die Verbindung zwischen Schoßraum und Stimmapparat. Wir ziehen damit das Hara in die höheren Ebenen und verbinden Erde und Himmel miteinander. Außerdem findet eine innere Aufrichtung statt, die uns an das kosmische Feld, Nullpunktfeld verbindet. Im Schoßraum, vielmehr in der Gebärmutter ist der Ort der Kreativität beheimatet. Das ist unser Schöpfungsraum. Der Hararaum ist daher für die Entfaltung der Kreativität elementar. Unsere Stimme ist damit verbunden. Über bestimmtes Tönen mit Visualisierungen, Bewegungen und Atmung können wir unsere Energie anheben. Die Stimme ist ein Schöpfungsinstrument! Der Hals ist der Ort des Ausdrucks, der Sitz der Wahrheit. In der Gebärmutter erschaffen wir, entsteht Neues und ja, es wächst dort neues Leben heran und im Stimmapparat drücken wir diese Schöpfung aus. Beides gehört unweigerlich zusammen. Es braucht unbedingt den Ausdruck dieser Schöpfung. Damit aktivieren wir unsere Schöpfungskraft, unsere Kreativität kann sich entfalten. Die Stimme ist also immer bei Schöpfungsprozessen beteiligt. Ureinwohner der Aborigines sagen, dass der Gesang die Welt erschaffen hat. Die Stimme ist also ein Schöpfungsinstrument. Das fasziale Netzwerk ist der Mikrokosmos und das Empfangsgewebe des Kosmos Über den Gesang verbinden wir uns mit dem universellen Feld, dem Nullpunktfeld. Dies geschieht insbesondere, wenn wir  das fasziale Netzwerk in Vibration bringen. Das Nullpunktfeld (universelle Feld) ist durchzogen mit einem Gitternetz durch das Licht, Energie und Informationen fließen. Genau das geschieht beim faszialen Netzwerk in uns auch. Für mich ist das fasziale Netzwerk das Parallelorgan zum Gitternetz im universellen Feld. Man könnte es auch als Mikrokosmos bezeichnen. Inzwischen sagt man zu den Faszien auch, dass sie unser 6. Sinnesorgan sind. Die Faszien sind das Empfangsgewebe des Kosmos, der kosmischen Schwingungen und wenn wir sie über unsere Stimme in Vibration bringen, entstehen unglaublich hohe Frequenzen in unserem Stimmklang. Die Stimmbänder bestehen aus Faszien, der Stimmapparat ist reich damit ausgestattet, so dass er auch die Schnittstelle zum Kosmos ist. Klang verbindet zwischen den Welten. Musik und Kunst verbindet die Welten miteinander, wenn wir uns als Gefäß dieser Schöpfung betrachten und uns zur Verfügung stellen, diese wunderbare, von Schönheit gekennzeichnete Schöpfung durch uns ausdrücken zu lassen, dann haben wir unsere Aufgabe erfüllt. In allen Zellen, in jeder Pflanze, in jedem Stein, Wasser,… drückt sich diese unglaubliche Liebe aus, ist also von Kreativität gekennzeichnet. Wenn wir das fasziale Gewebe über das Singen oder Tönen in Vibration bringen, erhöht sich unsere Körperschwingung innerhalb kürzester Zeit, um ein Vielfaches und es ist im Grunde ganz einfach. Wir müssen hier nicht nochmal durch Schmerz gehen oder stellen keine Fragen nach der Ursache. In einer Gruppe, die alle über das Tönen ihre Faszien in Vibration bringen, geschieht dies schnell und einfach. Schnell machen wir dann die Erfahrung von Verbindung mit uns selbst und dem großen Ganzen. Co-Kreativität ist die Voraussetzung für den gesellschaftlichen Wandel Das ist die ideale Voraussetzung, um nun in einer Gruppe das eigene kreative Potential zu entfalten, aber auch co-kreative Prozesse zu erleben. Bei der Stimm-Improphysis®, einer physiologischen Stimm-Improvisation machen wir in den Improphysis®-Seminaren genau das. Wir sind an gemeinsamen Schöpfungsprozessen beteiligt. Letztendlich zeigt uns diese Erfahrung, dass wir auch unser eigenes Leben selbst erschaffen können, wir Schöpfer und Schöpferinnen sind und unser Leben ein Kunstwerk ist. Über die Stimm-Improvisationen und Vibrationen der Faszien verbindet sich unsere Schöpferkraft mit der großen Schöpferin. Wir erleben uns als Teil eines Ganzen. Unsere Musik synchronisiert sich mit der Musik des Universums. Damit verbindet sich unsere eigene Kreativität mit der Kreativität des Universums und wir kommen nach Hause. Wir holen die Freude, die Lebendigkeit, die Vielfalt, das Individuelle, die Buntheit, die Neugierde, die Schönheit und unseren Forschergeist wieder zurück. Unser System zerstört sich immer mehr selbst. Um ein neues System zu erschaffen, braucht es die Schöpferkraft, braucht es kreative Menschen. Dabei spielt die Co-Kreativität eine zentrale Rolle, die wir in der Improvisation üben und lernen können. Kreativität besitzt also eine große Macht, die in uns inne wohnt und die uns selbst und die Welt wandeln wird. Es ist also kein Zufall, dass man den Künsten immer weniger Wert beimisst, dass man Musik und Kunst immer weniger fördert und damit die Kreativität der Menschen immer mehr einfrieren lässt. Es ist kein Zufall, dass der Kreativität so wenig Bedeutung beigemessen wird, dass den Künsten so wenig Wertschätzung zugesprochen wird. Aber, auch die Künste müssen sich wandeln, denn so wie wir sie jetzt erleben und begreifen, macht sie keinen Sinn. Es braucht daher Musiker und Künstler, die sich selbst wandeln und an die ursprüngliche Aufgabe der Künste erinnern – den göttlichen Funken zum Ausdruck zu bringen. Das ist Kreativität pur! Das ist Liebe pur! Es sind die Künste, es ist die Co-Kreativität, die diesen Wandeln der Welt vollzieht. Im Mai 2019, Iris Hammermeister © Text: Copyright Iris Hammermeister © Bilder: Copyright Panthermedia, Lizenz Iris Hammermeister

Doris

“von herzen danke für das erleben von klangheilkraft (wieder einmal 🙂 ) . ich hatte im vorhinein schon gespürt, dass ich einen wichtigen weiteren schritt für die heilung meines körpersignals in deinem seminar finden könnte. und so ist es geschehen.”

Eine Teilnehmerin des Seminars “Stimme & Schilddrüse – Singe Deine Wahrheit!”:

liebe iris,
von herzen danke für das erleben von klangheilkraft (wieder einmal 🙂 ) . ich hatte im vorhinein schon gespürt ,dass ich einen wichtigen weiteren schritt für die heilung meines körpersignals (krebszellen-gebärmutter-eierstöcke) in deinem seminar finden könnte. und so ist es geschehen. gestern sehr ko auf der körperlichen ebene (das reisen war too much ,habe ich aber gerne auf mich genommen ) aber tief befriedet ,geerdeter und irgendwie “dichter”…
ich mag es sehr ,wenn durch “kleine ” großigkeiten wie ein einziger ton ,tiefste wirkung geschieht. so wie bei mir ,unerwartet diese heilsame trauer und erschütterung im klang raum fand. auch bei allen anderen frauen mitzuschwingen ,resonanzen zu spüren ,ja sich selbst auf die spur zu kommen…DANKE .
mir ist achtsamkeit und wertschätzung und gesehen werden so kostbar …danke ,dass du all dies lebst…

den zusammenhang zwischen krankheit und gespeicherten kriegserinnerungen hatte ich schon in meinen inneren prozessen gefunden, bei weitem nicht in der dimension ,in der du forschst . es hat so gut getan darüber zu hören ,und tröstet den anteil in mir ,der mit all seinen kräften immer wieder intensivst alles getan hat ,um dieses kranksymptom aufzulösen .

meine mutter und ihre schwester sind im 2. weltkrieg mehrfach von russischen soldaten vergewaltigt worden und haben nie jemanden davon erzählt …auch gegenseitig nicht mehr miteinander darüber gesprochen .habe ich erst vor ein paar jahren von meiner mutter erfahren und hat dazu beigetragen ,dass ich eine neue begegnungsebene mit ihr leben dufte.
ich selbst habe innerfamilär mißbrauch erlebt und konnte als 40 jährige mich wiedererinnern . es ist mir gelungen den kreislauf zu durchbrechen ,indem ich es offengelegt habe und heute im frieden damit sein kann. mit tiefer dankbarkeit und dem verstehen,dass ich das auch für meine kinder und enkelkinder heilen konnte.

so gehört jetzt auch deine klangarbeit und forschung als mutstein mit dazu.
jeden schritt den ich gehe ,um gewalt an frauen und mädchen über viele viele leben zu befrieden nährt so so sehr mein tiefstes bedürnis nach wandel im miteinander von mann und frau .

von herzen danke ,dass dich und deine arbeit kennenlernen durfte.

alles liebe
doris

Annette

“Liebe Iris, von Herzen Danke. Für mich war es am Samstag eine universelle Reise. Scheinbar sprechen die Frequenzen etwas sehr Altes in mir an, ich bekomme so Zugang zu einer universellen Kraft, die über Klänge kommuniziert. Von Verstand her schwer fassbar, nicht leicht dafür Worte zu finden.
Eine Ursprungssprache, eine universelle Sprache, der Klang.”

Annett

“Liebe Iris, -fast- ohne Worte, dafür mit Klang beschenkt. Ich bin noch immer ganz nachhaltig beeindruckt und am Staunen. Für mich ist das Tönen ein Schlüssel, um auf andere Ebene wahrnehmen zu können, in der Worte zwar beinhaltet sind, aber doch etwas begrenzt. “

Annett

“Du hast mir einen Schlüssel in die Hand geben können zu Räumen, von denen ich bislang nicht wusste das Sie existierten. Vielleicht ist dies die vierte Dimension, zumindest eine zusätzliche Dimension, der Klang. Ich fühle mich immer noch ziemlich nüchtern und dabei ungewohnt, frei. Und anders frei, als ich mir vor-stellte, was Freiheit sein könnte.”